Biologin, Reporterin und Kommunikatorin

 

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Ulrike Brandt-Bohne ist promovierte Biologin mit Spezialisierung Biochemie/Neurobiologie. Sie liebt die Naturwissenschaft heiss und innig und freut sich, wenn sie diese Begeisterung weitergeben kann.
In ihrem Job als Reporterin und Experimentatorin, ebenso wie als Mutter von zwei Rabaukenmädchen, kann sie täglich Forschen, Neues entdecken und dabei lernen.

 

Ihr Weg zur Wissenschaft und in die Kommuniationswelt

ballons  233x300 Biologin, Reporterin und KommunikatorinZum Biologiestudium bewegten sie die Erzählungen von Jane Goodall, die GeoZeitschrift, Naturberichte und die regelmässig stattfindenden Ausflüge in die Natur mit ihren Eltern. In Lateinamerika aufgewachsen, lernte sie schon früh eine ganz andere Natur kennen und lieben. Was sie im Biologiestudium vorfand war ganz anders als erwartet. Obwohl sie sich nie vorstellen konnte mit der Pipette in einem kargen Labor zu stehen, war es letztendlich genau diese Art der Arbeit, für die sie sich immer mehr begeisterte.ballons 1 165x300 Biologin, Reporterin und Kommunikatorin
`Manchmal kommt alles ander als erwartet´, erinnert sich Ulrike. Sie hatte viel Freude an der wissenschaftlichen Arbeit. Dennoch legte sie nach einem ganz `normalen´ wissenschaftlichen Werdegang 2010 die Pipette nieder, um hauptberuflich das zu betreiben, was sie bereits seit drei Jahren parallel zu Promotion, Postdoc und Familienleben erfolgreich umsetzte: Die Wissenschaftkommunikation. `Ich hatte das Glück durch Zufall dort reinzurutschen´, erklärt sie. Ihr Einstieg in die Kommmunikationswelt begann als Reporterin für das Wissensformat Kopfball(ARD), gefolgt von anderen interessanten Projekten, bei denen sie immer Wissenschaft erklären kann, Experten zu Rate zieht, selber ausprobiert.
Ausserdem ist sie als Autorin für Science-meets-society aktiv, um auf diesem Wege wissenschaftilche Themen für Nicht-Wissenschaftler aufbearbeitet zu kommunizieren.

Ihre Errungenschaften

Sie war nicht lange genug in der Wissenschaft um selber bahnbrechendes zu entdecken. Dennoch hat sie immer mit viel Hingabe an ihren Projekten gearbeitet. `Ich würde mir wünschen, dass ich mit meinen Arbeiten eine Basis und `tools´geschaffen habe, die andere nutzen können um darauf aufzubauen´, erklärt sie. Damit bezieht sie sich auf eine Vielzahl von Proteinen und Antikörpern die sie hergestellt hat und auf ihre Untersuchungen an verschiedenen Mausmodellen, die weiterhin genutzt werden.

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Brain awarness week Aktion im Kindergarten Barcelona

Ihre Arbeit als Kommunikatorin sieht sie ebenfalls als Basis für viele potentielle Folgeprojekte. `Man weiss nie was in Zukunft noch kommen mag, aber bislang hatte ich Glück und habe immer an interessanten Projekten mitwirken dürfen´, so Ulrike.

Grosse Entdeckungen und Entdecker

Zu den großartigsten Entdeckungen zählen für sie das Wissen um und das therapeutische Einsetzen von Stammzellen, die das Feld der Medizin weiter revolutionieren wird. Natürlich seien aber die Entwicklung von einer Vielzahl von Methoden wie der Elektronen- oder Laserscanningmikroskopie, der Röntgenstrahlung, der Durchflusszytometrie und viele mehr zu nennen, da mit ihrer Hilfe die Forschung Dinge `sichtbar´machen könne.

Nach wie vor beindruckend als herausragender Wissenschaftler ist für sie Einstein, dessen Theoreme sie immer wieder versucht zumindest annähernd zu verstehen. Vorbilder sind für sie aber vor allem auch all diejenigen, deren Namen man nicht kennt. Damit meint sie die Doktoranden, Postdocs und technischen Angestellten, die einen Grossteil der Arbeit erledigen, Ideen mitentwickeln und vorantreiben. `Ohne ihr Mitwirken fehlen dem noch so klugen Kopf die Hände, das Organisationstalent und Fingerspitzengefühl´, erklärt sie und fügt hinzu: `Forschung ist ohne diese Teamarbeit einfach undenkbar´.

Fragen an die Wissenschaft

Es sind so viele Fragen die sie von der Wissenschaft gerne beantwortet haben würde… Ganz vorne natürlich, ob, und wenn wo und in welcher Form, es extraterrestrische Lebensformen gibt. Ganz bodenständige Fragen ranken sich um die komplexen molekularen Interaktionen die einen Organismus so perfekt funktionieren lassen. Darum, wie unser Nervensystem funktioniert, sich erneuert und neue Kontakte aufbaut und so viel Plastizität zulässt.

Entdeckergeist

Gerne hätte sie eine neue Insekten- oder Amphibienart im Amazonasgebiet entdeckt, beschrieben und mit einem ähnlich sympatischen Namen benannt wie es im Labor von Nüsslein-Volhard mit den Zebrafischmutanten Belladonna oder Blumenkohl der Fall war.

Was sollte anders sein?

Als Wissenschaftlerin hat sie erlebt, wie schwer das arbeiten unter dem Publikationsdruck, mit befristeten Stellen, und stetigem Informationsverlust im Alltag ist. Wissenschaftler ebenso wie Wissen bleiben auf der Strecke. Um diesen Informationsverlust entgegenzuwirken wünscht sie sich nicht nur bessere Arbeitsverhältnisse, sondern auch eine Datenbank-Plattform. In dieser könnten alle Ergebnisse, ähnlich wie für Gene, eingetragen werden. Somit könnte jeder sofort seine Erkenntnisse teilen und diese Information käme auch anderen Forschungsarbeiten zugute. Publikationen könnten Zusammenfassungen der eigenen und der öffentlichen Daten sein, welche die Einzelbausteine in einen größeren Kontext bringen, ähnlich wie es bei einem Review der Fall ist.

Die Zukunft der Wissenschaft

`Die spielt sich sicher in anderen Sphären ab´, sagt sie nachdenklich. Alles würde immer kleiner und sei bereits im Nano und darunter Bereich schon zu visualisieren oder zumindest zu messen. Geräte und Computer werden genutzt. Der Wissenschaftler der Zukunft würde zunehmend im Kopf Forschung betreiben, Experimente planen und die digitalen Daten auswerten. Immer komplexer werde alles und immer weniger würde selbst Hand angelegt. Es würde auch immer schwieriger werden, die Inhalte einem Nicht-Wissenschaftler zu erklären.
An Wissenschaftskommunikation mangelt es ihrer Meinung nach in der Wissenschaft, doch `erste Trends weisen in die richtige Richtung´, fügt sie optimistisch hinzu.

Du kannst auch bei A Scientist a day teilnehmen, mehr Information dazu gibt es hier.

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Kategorie: A Scientist a dayFeatured

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