Freiberuflicher Geologe

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David Bressan ist freiberuflicher Geologe und liebt die Botanik. Als Hobby schreibt er über die Erkundung und Erforschung der Geschichte der Geologie (hier: 1, 2) , indem er erklärt wie Geologen Konzepte über die Erde und Gesteine entwickelten und entdeckten.

 

 

 

Sein Weg zur Wissenschaft

Zu den Naturwissenschaften ist er über die klassische Dinosaurier-Phase in jungen Jahren gekommen. `Von da an kam es immer wieder zu spontanen Vorträgen in der Schule über naturwissenschaftliche Themen´, erklärt David. Bei der Wahl des Studiums schwankte er zwischen Biologie und Geologie. Es war die heimelige Atmosphäre des geologischen Instituts und die kleine und übersichtliche Gruppe von Studienanfängern, die ihn sofort überzeugten Geologie zu studieren. Seine heimliche Liebe zur Botanik blieb bestehen. Nach dem Studium gewann bei Bressan die angewandte Geologie rasch überhand über die klassische akademische Wissenschaft. Das Hobby der Erkundung und Erforschung der Geschichte der Geologie führte zu seiner nebenberuflichen Tätigkeit als Science-blogger.

Wo bist Du jetzt ?

David Bressan ist inzwischen als freiberuflicher Geologe tätig. Dabei sei es schwierig weit im Voraus zu planen, da man flexibel sein müsse was den Arbeitsort und die untersuchten Objekte betrifft. `Ich habe für staatliche Kartierungsprojekte gearbeitet, bei denen es darum ging geologische und geomorphologische Karten anzufertigen, vor allem ging es darum Permafrost-Phänomene in den Ötztaler Alpen zu erforschen´, erklärt der Wissenschaftler. Als Mitarbeiter in einem Ingenieurbüro habe er ausserdem Gutachten und Berichte für Quellgebiete, die unter Schutz gestellt werden müssen, erstellt, daneben Überwachung von Rutschungen angefertigt, an Erstellung von Gefahrenzonenplänen aber auch an trivialere Berichte über die Sicherheit von Baugruben in einer Baustelle gearbeitet. Seit kurzem ist er als überwachender Geologe auf einer großen Tunnelbaustelle, die den Alpenhauptkamm untertunneln soll, angestellt.

Grosse Errungenschaften

`Eine eigene wissenschaftliche Großleistung im eigentlichen Sinne kann ich nicht vorweisen´, sagt Bressan, `allerdings bin ich als Mitautor der publizierten geologischen Karten und allgemeinen Berichte doch etwas stolz, dass meine Arbeit nicht völlig in irgendeiner Schublade verstaubt´.

Grosse Entdeckungen

Das Konzept der geologischen Zeit ist für Bressan eine grosse Entdeckung. `Diese Idee entstand möglicherweise durch die Erkenntnis der Astronomie, dass die Erde nur ein Planet in einem anscheinend grenzenlosen Universum ist´, erklärt Bressan und fährt fort: `Darwin inspirierte sie dazu, dass die Summe kleiner Veränderungen in Lebewesen über Jahrmillionen zur Evolution der Arten führt´. Er findet, dass dies ein gutes Beispiel dafür ist, wie verschiedene Studienzweige sich gegenseitig ergänzen und beeinflussen können. Für ihn sind die Vorstellungen des Alters der Erde, des Entstehens und Vergehens von Bergketten, der Dynamik des nur anscheinend festen Untergrundes Erkenntnisse, die nicht sofort offensichtlich, aber danach überwältigend sind.

Grossartige Wissenschaftler

`Ich habe einen großen Respekt vor Autodidakten wie den britischen Landvermesser und Vater der britischen Geologie William Smith  (1769-1839) oder Alfred Wallace (1823-1913)´, sagt der Geologe. Ihn beeindruckt dabei, dass beide in Zeiten ausgeprägter sozialer Klassengrenzen ihre Träume verwirklichten. Sie hätten Zeit und Geld investiert, Gesteine und Fossilien gesammelt, aber – im Gegensatz zu reichen Kuriositäten-Sammlern – Ihre Erkenntnisse auch publiziert.

Frage an die Wissenschaft

`Sind wir Erdgeologen die einzigen Wesen im Universum die Ihren Planeten und seine Gesteine untersuchen?´, fragt er sich grinsend!

Benennen von Entdeckungen

Da er zeitweise Gletscherschwankungen untersucht hat, würde er eine Solche bzw. eine klimatische Phase in den Alpen auch gerne benannt haben und hofft, dass womöglich tatsächlich noch etwas daraus wird. In jedem Fall müsse der Name dann auf einen Ort bezogen sein, an dem eine Sedimentabfolge diese Schwankung dokumentiert. Dafür gäbe es Richtlinien in der Geologie, die so etwas vorschreiben, wie z.B. eine bestimmte Ablagerungen oder Fossilien die in einer Schichtung nachgewiesen werden könnten. Als Name könne er sich `Lazaun´gut vorstellen, in Anlehnung an eine Alm in den Ötztaler Alpen.

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`Geologen lieben es als Maßstab an Aufschlüssen photographiert zu werden´, so Bressan.

Dort habe er und auch andere Geologen/Biologen in einem Moor eine interessante Ablagerung von Sandschichten und Torfschichten gefunden , welche durch Gletscherschwankungen in den letzen 10.000 Jahren entstanden seien. `Darüber ist noch wenig publiziert worden, vor allem in internationalen Arbeiten´, berichtet er.

Auf dem Bild (links) zeigt er sich vor einem `Aufschluss´. In diesem Falle hätten Klimaschwankungen in den letzten 2 Millionen Jahren ihre Spuren in den Sedimenten entlang der Küste des Mittelmeers hinterlassen. `Die so genannten Milankovic’-Zyklen werden hier durch unterschiedlichen Gehalt von Kohlenstoff in den Mergelschichten als Zebramuster erkennbar´, führt er geologisch gesprochen fort.

Manko der Wissenschaft und Zukunft

`Wissenschaft geschieht noch zu häufig nur in akademischen Kreisen oder wird in kostenpflichtigen Fachjournalen versteckt´, kritisiert er. Die Wissenschaft solle ausserdem nicht nur als interessant verkauft werden, denn interessant sei auch die Handlung eines guten Films. Wissenschaft könne vielmehr angewandt werden! `Als angewandter Geologe profitiere ich von der Arbeit von Geologen an Universitäten, die z.B. die Abgrenzung bestimmter Gesteinspakete definieren und neue geologische Karten erstellen´, erklärt er. Online-Plattformen werden seiner Meinung nach in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen, daher würden auch Informationen und ihre Autoren, eine breitere, und vielleicht auch günstigere, Verbreitung finden. Er wünscht sich, dass auch Wissenschaftler in den Universitäten und  Freiberufler/Bürger diese Möglichkeit nutzen, um aktiv miteinander zu kommunizieren.

 

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