Geograph, Journalist, Dozent, Blogger…

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Jürgen Schönstein ist sudierter Geograph und gelernter Journalist. Seine aktuelle Tätigkeit findet als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts, statt.  Seine Aufgabe ist weiterhin ein Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik zu haben. Als Dozent am Massachusetts Institute of Technology  bringt er ausserdem Studenten das Schreiben bei. Seine eigenen Beiträge finden sich zudem auf seinem Geograffitico blog auf Scienceblogs.

 


Wie er zur Wissenschaft kam?

`Durch Bücher´, sagt er kurz und knapp. Romane gab’s im Bücherschrank seiner Eltern nur wenige – dafür umso mehr Sachbücher: über Erdgeschichte, über Tiere, Länder, Technik. Am meisten beeindruckt hatte ihn `Serengeti darf nicht sterben´, das Begleitbuch zum gleichamigen Dokumentarfilm von Berhard und Michael Grzimek. `Klar, als ich mich dann schließlich fürs Geografiestudium in München eingeschrieben habe, war die romantische Idee, ein Entdecker zu werden, längst einer pragmatischen Vorstellung  dessen gewichen, was man als Geograf tatsächlich beruflich tun kann´, fügt er hinzu. Dies konkretisierte sich ein paar Semester später für ihn als `nicht viel, wenn man erwartet, dafür bezahlt zu werden´. Aber er ist davon überzeugt, dass er selbst dann noch Geografie gewählt hätte, wenn er das vorher gewusst hätte.

Ist er da gelandet, wo er sich vorher gesehen hätte?

`Absolut nicht´, sagt er sofort. Journalist zu sein stand nicht auf der Liste seiner Berufswünsche. Aber beim Abfassen seiner Diplomarbeit hatte er gemerkt, dass er eine gewisse Begabung zum Schreiben besass. `Alles weitere war eine Kette von – in der Rückschau – glücklichen Zufällen, die mich bis nach New York und nun nach Cambridge geführt haben´, fasst er zusammen. Das Beste dabei sei gewesen, dass er als Allround-Korrespondent  immer reichlich Gelegenheit hatte, über Wissenschaft und Technik zu schreiben. Und das letzte Zufallsergebnis war, dass er jetzt, neben seiner Tätigkeit als nunmehr freier Journalist, zuletzt für die deutsche Ausgabe von WIRED, als Blogger und Redakteur bei ScienceBlogs und nun auch als Dozent am Massachusetts Institute of Technology tätig ist.

Wissenschaftliche Errungenschaften

`Dass ich, nach jahrelangem Meckern darüber, dass Wissenschaftler besser darin sein sollten, ihre Arbeit der Allgemeinheit zu kommunizieren, nun beweisen muss, dass ich ihnen genau das beibringen kann´, sagt er.

Was ist die größte wissenschaftliche Neuerung?

`Die sich immer weiter ausbreitende Einsicht, dass Wissenschaft auch der Kommunikation bedarf´, beginnt er und dass `Paper nicht allein deshalb schon von geringerer Qualität sein müssen, weil auch Nicht-Experten zumindest Teile davon begreifen können´.

Der größte Wissenschaftler aller Zeiten

`Da letztlich alle Wissenschaftler, wie Isaac Newton einst sagte, auf den Schultern der Riesen stehen, die vor ihnen geforscht haben, spielt es keine Rolle, wie groß einzelne WissenschaftlerInnen waren´, erklärt Schönstein. Ein jeder mache die Pyramide auf Riesenschultern ein Sückchen größer und stabiler, und das sei das was zählt.

Welche Frage er am liebsten beantwortet sähe

Zum einen würde er gerne erleben, dass wir die Existenz außerirdischer Intelligenz nachweisen können. Und zum zweiten wüsste er gerne, wie aus einem Haufen von Neuronen ein `Ich´ entstehe, was uns von einem Haufen von Körperzellen zu einem Lebewesen macht.

Welches Phänomen ich am liebsten nach mir benannt sähe

`Ein ökonomisches Modell, das zu einer gerechteren globalen Verteilung von Wohlstand führt und dabei so überzeugend ist, dass selbst die hartgesottensten Kapitalisten auf seine Realisierung bestehen´, erklärt er.

Was anders sein sollte an der Wissenschaft?

Die Wissenschaft sollte `immun dagegen werden, als Prügelknabe der Politik herhalten zu müssen´, meint Jürgen und sagt, dass das vor allem für die Geo- und Klimawissenschaften gelte.
Zur Frage Wie die Wissenschaft der Zukunft aussieht, antwortet er mit einem Wort: `Überzeugend.´

Fehler der Wissenschaft?

`Das ist eigentlich unerheblich, den Wissenschaft ist ein System, das ohne Fehler – und dem, was aus Fehlern gelernt wird – schlechter funktionieren würde als mit´, so Schönstein.

 

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Kategorie: A Scientist a dayFeatured

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