Physikerin und Informatikerin

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Andrea Herrmann ist studierte Physikerin und habilitierte Informatikerin. Demnächst plant sie als freiberufliche Trainerin zu arbeiten und wünscht sich eine Professur.

 

 


Der Weg zur Wissenschaft

`Wissenschaftliche Arbeit war einer meiner Jugendträume´, berichtet Herrmann. Sie wollte Dingen kompetent auf den Grund gehen, Zahlen und Fakten erfassen, Neues finden oder erschaffen, berühmt werden.

Eigentlich wollte sie als Physikerin in der Wissenschaft arbeiten. `Allerdings muss man ja auch seine Brötchen verdienen´, ergänzt sie ganz pragmatisch. Daher arbeitete sie zwischendurch in Softwarefirmen. Inzwischen hat sie in der Informatik habilitiert, im Bereich Software Engineering. `Die Informatik ist sowieso aufregender als die Physik, wo das Wesentliche schon erforscht ist´, fügt sie hinzu. Inzwischen ist sie eigenen Angaben zufolge überqualifiziert, um an einer deutschen Uni noch einen Job zu finden. Der Einzige Posten wäre der einer Professorin, aber das habe noch nicht geklappt. Sie sei also noch nicht nicht da, wo sie sich ursprünglich gesehen hatte. `Aber ich bewerbe mich eifrig auf Professuren, irgendwann klappt es vielleicht noch´, fügt sie optimistisch hinzu. In der Zwischenzeit ernährt sie sich durch Schulungen und forscht in ihrer Freizeit. `Ich denke, Erfolg entsteht aus der richtigen Mischung aus Beharrlichkeit und Anpassung an das was möglich ist´, fasst sie zusammen.

Ihre wissenschaftliche Errungenschaft

`Ich habe während meiner Doktorarbeit einen Fehler in den Physik-Lehrbüchern gefunden´, erklärt sie. Dies durfte allerdings nicht veröffentlicht werden. Ausserdem habe sie zeigen können, dass Risikoschätzungen in der Informatik nur sehr schlechte Ergebnisse bringen.

DIE grösste wissenschaftliche Errungenschaft

Sie bedauert dass die ihrer Meinung nach großen Errungenschaften in der Informatik vor allem aus der Praxis, z.B. die agile Entwicklung und Lean Management kommen. `Wissenschaftler haben wohl mehr Freude daran, Dinge zu komplizieren als sie zu vereinfachen´, so Andrea.

Grösste WissenschaftlerIn

Sichtlich beeindruckt erklärt sie: `Die Quantenphysiker haben für mich völlig die Wahrnehmung der Realität auf den Kopf gestellt. Sie haben wirklich “outside the square” gedacht!´

Mankos der Wissenschaft

Die Physiker und Informatikerin fragt sich warum immer noch so viele Software-Projekte schief gehen. Ausserdem kritisiert sie, dass in der Informatik eine Menge Arbeit und Geld mehr oder weniger verschwendet wird. Jedes Institut müsse seine eigene Methode entwickeln statt die von anderen zu verwenden. Es gäbe wirklich schon genug Software Engineering Methoden. `Das Rad wird in der Informatik mehrmals erfunden und dann aber nie wirklich angewendet´, bedauert sie. Gerade in der Informatik würde oft mehr gebastelt als ordentlich geforscht. Und es scheitere an der Zusammenarbeit zwischen Instituten, die oft lieber miteinander konkurrieren würden als produktiv zusammenzuarbeiten.

Wissenschaft der Zukunft

`Die Informatik sollte mehr praktische Fragen untersuchen und auch praktisch nützliche Ergebnisse erzeugen´, erhofft sich Andrea von der Zukunft. In ihrem Lebenslauf wechselten sich wissenschaftliche Tätigkeiten mit der Arbeit in der Praxis ab. Ihr würde dies oft als Manko angerechnet, dabei empfinde sie es aber bei der Arbeit eher als sehr nützlich. `Ich denke, die Arbeit in der Praxis sollte für einen Software Engineering Forscher eher die Regel als die Ausnahme sein´, fasst sie zusammen.

Fehler

Fehler fände sie nicht so schlimm, denn sie gehörten schliesslich zum Erkenntnisprozess dazu. Was sie besonders stört sind aber die Verurteilungen einzelner Wissenschaftler wie z.B. Galileo Galilei und Gordano Bruno. Diese hätte die Wissenschaft auf lange Zeit verzögert. Ebenso unangenehm fand sie die Vermischung von wissenschaftlicher Diskussion mit Nazi-Verschwörungstheorien bei der Diskussion der Relativitätstheorie.

 

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