Stressbekämpferin

Miriam Goos Profil 286x300 Stressbekämpferin

 

 

 

Miriam Goos ist Medizinerin, Multitalent, hoch interessiert und begeisterungsfähig. Hört man sie reden will man zuhören und mehr erfahren. Ihre Erfahrungen in der Klinik und Forschung bilden die Grundlage für ihre jetztige Tätigkeit: sie gibt medizinische Stress- und Gesundheitsmanagement-Seminare in Firmen und Institutionen.


Ihr Weg zur Wissenschaft

Die gelernte Medizinerin promovierte in der Biochemie und lernte viele experimentelle Techniken kennen und einzusetzen, die sie auch in ihrer Basis verstehen wollte.
Diese Doktorarbeit öffnete ihr unter anderem den Weg in die Neurologie der Universität Göttingen, die besonders im wissenschaftlichen Bereich eine der erfolgreichsten Universitäten Deutschlands ist. `Neurologie und Hirnforschung war ein Bereich, in dem ich schon immer meine Zukunft sah, denn das Gehirn stellte für mich seit meiner Jugend das absolut spannendste Organ des Menschen dar´, erklärt Goos. Deshalb wollte sie auch immer im Bereich der Neurologie neben der klinischen ärztlichen Arbeit wissenschaftlich arbeiten. In Göttingen forschte sie im Bereich der Neuroinfektiologie und war unter anderem auch persönlich von ihrem Arbeitsgruppenleiter Prof. Dr. Roland Nau begeistert.

Bist Du dort gelandet wo Du Dich gesehen hast?

`Jetzt bin ich ganz woanders gelandet´, grinst sie, `aber sehr glücklich und absolut überzeugt von dem, was ich mache´. Nach all ihren Erfahrungen in der Notaufnahme und Poliklinik mit zunehmenden Patientenzahlen mit stressbedingten und psychosomatischen Krankheiten, sieht sie es als unabdingbar an, daß `wir uns Alternativen einfallen lassen müssen zur konservativen klinischen Versorgung´, so die Medizinerin. Sie erklärt, dass die WHO bereits für das Jahr 2020, stressbedingte Erkrankungen als die häufigsten Erkrankungen weltweit vorhersagt. `Die Patienten mit diesen Beschwerden in der Notaufnahme hatten einen enormen Leidensdruck und selbst nach aufwendigsten Diagnostik- und Therapiemethoden erreichten nur sehr wenige ihren ursprünglichen Leistungs-und Gesundheitszustand´, fasst Goos zusammen. In ihren Seminaren hat sie festgestellt, dass man den Betroffenen helfen kann, wenn man rechtzeitig darauf hinweist, was im Körper passiert und passieren kann, wenn man nicht auf die Signale des Körpers achtet. Sie führt weiter aus, dass mit Hilfe der neusten Ergebnisse aus der Hirnforschung verstanden werden kann, auf welche Weise unser Verhalten nachhaltig geändert werden kann. Dadurch kann gelernt werden, auf eine wesentlich gesündere und leistungsfähigere Weise zu leben und zu arbeiten.

Ihre größte wissenschaftliche Errungenschaft?

`Wir konnten zeigen, daß Melatonin in der bakteriellen Meningitis neuroprotektiv wirkt und es damit als mögliche zukünftige Therapieoption in der bakteriellen Meningitis vorstellen´, berichtet die Medizinerin aus ihrer Forschung.

DIE wichtigste wissenschaftliche Errungenschaft

Für Miriam ist die Erkenntnis der Neuroplastizität eine der spannendsten Erkenntnisse. `Dass wir alle jeden Tag dazu in der Lage sind, unser Denken und Handeln zu ändern und somit alte Autobahnen in unserem Gehirn verkümmern lassen können und neue Trampelpfade entdecken, die viel günstiger für uns sein können´, schwärmt sie und sagt weiter: `wir haben es selbst in der Hand, ob wir diese Trampelpfade entdecken und ausbauen wollen´.

Entdecker und Entdeckungen

Für Goos ist Alexander Fleming einer der Großen Wissenschaftler, da er das Penicillin entdeckt hat.
Sie selber würde sich wünschen, daß eine Entdeckung der Wissenschaft dem Menschen ermöglicht, junge Patienten mit der Diagnose Multiple Sklerose vor einem Voranschreiten der Krankheit sicher zu bewahren.

Was sollte an der Wissenschaft anders sein?

Sie wünscht sich, dass die Menschen die Wissenschaft nicht als entferntes Feld der verrückten zerstreuten Professoren betrachten, sondern als bewundernswertes Element unserer Lebens. `Es wäre toll, wenn wir eine Art Wissenschftsnetz entwickeln könnten, auf der für jeden verständlich die neusten Ergebnisse der Wissenschaft erklärt werden´, so die Forscherin.

Die Wissenschaft der Zukunft

Sie denkt sich für die Zukunft eine modernere Wissenschaft, frei von Allüren und „Besserwisser“-Denken. Mehr Offenheit und Toleranz mit vielen interdisziplinären Forschungs- und Diskussionsprojekten und mit der Freiheit bestimmte Standpunkte von vielen Seiten betrachten zu können.

Mankos der Wissenschaft

Bisher stehe bei vielen Forschern ein zu grosses Ego im Vordergrund und teilweise zu wenig interdisziplinäre Projekte mit konkurrierenden Abteilungen. Zusätzlich gäbe es zu wenig Publikationen und noch nicht das nötige `zugänglich machen´ wichtiger Errungenschaften der Wissenschaften für die Allgemeinbevölkerung.

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