Von der Spindelpositionierung in Bäckerhefe zur mathematischen Modellierung

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Stephan Baumgärtner ist diplomierter Physiker der momentan an seiner Promotion im Bereich der mathematischen Modelierung arbeitet.

Der Weg zum Physiker und Biologen

Durch seine wohl angeborene Begeisterung und die entsprechenden familiären Vorbilder war Stephan Baumgärtner schon früh von den MINT Fächern begeistert. Seine Interessen an elektrischen Schaltkreisen bis hin zu Ökosystemen und vor allem die Physik führten, motiviert durch einen guten Physiklehrer, zum Physikstudium.

Auch wenn er zu Beginn des Studiums noch keine konkreten Vorstellungen hatte wohin es ihn verschlagen würde, so war es ein Aushang zur Biophysikvorlesung, der ihn der Biologie näher brachte. Als studentische Hilfskraft gelangte er zum MPI für Zellbiologie und Genetik. Hier wurde er mit Transport- und Organisationsprozessen von Hefezellen während der Zellteilung konfrontiert. `Das war für mich thematisch spannend und die Arbeit in der Gruppe hat sehr viel Spass gemacht´erinnert sich der Wissenschaftler. `Als Student in so einer Gruppe und an so einem Institut zu arbeiten ist schon ein echter Glücksfall und für mich war es der Anreiz weiter in der Wissenschaft zu bleiben´fasst er seine Entscheidungsfindung zusammen. Es folgten die Diplomarbeit zur Spindelpositionierung in der Bäckerhefe und aufgrund seines Interesses an mathematischer Modellierung, der Antritt zur Promotion im Bereich der Transkriptionsregulation in menschlichen Zellen am IMB Mainz. So lernt er seither Molekularbiologie und versucht sich im Labor an verschiedenen Zellkulturmodellen zur Gentranskription.

SEINE grösste wissenschaftlicher Errungenschaft

Licht ins Dunkel zu bringen mit seiner ersten Publikation, bei der er bestehende Kontroversen über das Längenwachstum von Spalthefezellen mit konkreten Vermessungen, Statistiken und  einem Fitten von Funktionen und Tests, zur Störung des Wachstums derselben, aufheben konnte.

DIE grösste Wissenschaftliche Errungenschaft?

Die Entdeckungen von Edward Jenner, der herausfand, dass man durch Infektion mit Kuhpocken eine Infektion der richtigen Pocken verhindern kann. Quasi die Erfindung der Impfung, die ein gewaltiger Dienst für die Menschheit war und ist.

Als Physiker findet er die Erkenntnis der Universalität der Naturgesetze sehr wichtig. Demnach gelten -soweit man weiss- überall im Universum identische Regeln.

Als grössten Wissenschaftler nennt er spontan Charles Darwin und zeigt damit seine Begeisterung für die Biologie.

Mitentdecken und Benennen

Stephan erklärt, dass auf den Längen- und Energieskalen der Prozesse im Inneren von Zellen Diffusion eine wichtige Rolle spielt. Diese kann durch Veränderung der lokalen Umgebung im Zellinneren beeinflusst werden. Die Theorie dahinter wurde vor mehr als hundert Jahren von Einstein, Smoluchowski und anderen entwickelt und spielt auch heute noch eine große Rolle beim Verständnis biologischer Transportvorgänge. Sie liess z. B. die genaue Bestimmung der Avogadro-Konstante oder von Moleküldurchmessern zu. `Deshalb hätte ich auch gern einen kleinen Beitrag zu diesen Entdeckungen gemacht´, so der junge Wissenschaftler. Ausserdem `hätte ich gern ein Mittel gegen die klassische Aufschieberitis erfunden und würde ihm den schönen Namen Antiprokrastinol geben´, fügt er scherzend hinzu.

Was sollte an der Wissenschaft anders sein?

Sie sollte laut Stephan barrierefreier werden. `Zugang zu Ergebnissen und Daten sollte freier sein in dem Sinne, dass öffentlich finanzierte Wissenschaft auch der Öffentlichkeit zugänglich sein sollte´, erklärt er und fügt hinzu, dass das vermutlich auch helfen würde ein zweites Manko auszumerzen, nämlich die Kommunikation von dem was die Wissenschaft hervorbringt. Das würde hoffentlich nicht nur die Wertschätzung wissenschaftlicher Arbeit erhöhen, sondern auch rationellere Entscheidungen zu Dingen wie Gentechnik oder Kernkraft/Energieversorgung erlauben.

Wie sieht für Sie die Wissenschaft der Zukunft aus

‘Data Curse’ -der Fluch der Daten. Es geht dabei um die Menge an verfügbaren Daten die schneller wächst, als die Rechenkapaztät um diese Daten auszuwerten. Von daher glaubt Stephan, dass die Entwicklung intelligenter Soft- und Hardware zur Datenanalyse immer wichtiger wird.

Mehr über Stephan und seine Arbeit kann man auf seinem blog transcriptionalcycling nachlesen.

 

Du kannst auch bei A Scientist a day teilnehmen, mehr Information dazu gibt es hier.

You can also participate in A Scientist a day, find more information in english here.

 

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Kategorie: A Scientist a dayFeatured

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