Bisphenol-A

BPA ban 282x300 Bisphenol ABisphenol-A ist Bestandteil unserer Polymeren Welt, doch welche Gefahren gehen von BPA aus? Immer deutlicher werden die Stimmen gegen die Verwendung dieser Substanz, vor allem in Babyflaschen und Schnullern. Immer mehr werden die wissenschaftlichen Beweise, welche die Gefahren experimentell aufzeigen.

Nun hat die EU reagiert und die Verwendung von BPA in Babytrinkflaschen verboten!

Immer wieder kommt die Diskussion um Bisphenol-A und andere Stoffe auf, welche hormonelle Störungen verursachen können. Auch hier haben wir bereits diese Thema aufgegriffen und es gibt immer wieder Artikel (2) dazu, wie diese aus der Süddeutschen Zeitung .

Vor allem wenn es sich um den Nachwuchs handelt, setzen sich Eltern mit diesem Thema auseinander. Dass Bisphenol-A in Babyflaschen und Schnullern enthalten ist weiss inzwischen fast Jeder. Wie hoch eine mögliche Gefahr ist, die von diesen Stoffen ausgeht weiss allerdings kaum Jemand. Die Meinungen gehen bei diesem Thema auseinander und werden je nach Bestimmungen der einzelnen Länder auf politischer Eben geregelt.

Wo Bispehnol-A vorkommt, was es eigentlich damit auf sich hat und welche Gefahren von diesem Stoff ausgehen soll hier zusammengefasst werden.

Was ist Bisphenol-A? Wo kommt es vor?

bispehnol a1 Bisphenol A

Quelle: Wikipedia

Chemisch gesehen ist Bisphenol-A, oder auch kurz BPA genannt, eine Verbindung die zur Gruppe der Diphenylmethanderivate gehört. Es wird zur Herstellung von vielen polymeren Kunststoffen verwendet. Auf der Basis von Polycarbonaten finden sie fast überall Verwendung, vor allem in Verpackungen aller Art zur Portionierung, von Trink und Essbehältern, in Flaschen von Softdrinks, den Meisten Plastikgefässen und Folienverpackungen und natürlich auch in vielen Babyflaschen. Ebenso sind sie auf Basis von Epoxidharzen als  Beschichtung von Konservendosen vorhanden, in Cd´s und DVD´s, in Lacken, Farben und Klebstoffen. Des Weitern kann BPA in Thermopapier enthalten sein und als Derivat in Flammschutzmitteln eingesetzt werden.

(mehr Details dazu auf Wikipedia)

Wieso ist Bisphenol-A gefährlich?

Die Gefahr die von BPA ausgeht besteht darin, dass es hormonartige Wirkung auf den Organismus ausüben kann. Experimentelle wurde gezeigt, dass BPA unter ungünstigen Umweltbedingungen bei Tieren (einschließlich der Säugetiere) eine estrogenartige Wirkung haben. Für Mäuse und Vögel wurde gezeigt, dass es die Entwicklung der Sexualorgane ebenso wie die Gehirnentwicklung stört. Auch beim Menschen soll es ene Gesundheits- und erbgutschädigende Wirkung haben und zusätzlich mit Fettleibigkeit in Verbindung stehen.

Bisphenol-A in Babyflaschen

Eltern zerbrechen sich den Kopf, ob ihre Kinder in einer möglichst Bisphenol-A freien Welt aufwachsen. BPA ist in all solchen Babyflaschen enthalten, die aus Polycarbonaten hergestellt werden.

Da es vor allem bei hohen Temperaturen aus dem Material gelöst wird, ist es besonders bei Flaschen ein Thema, denn in diese kochendes Wasser gefüllt wird um die Milch anzusetzen. Auch zum Sterilisieren werden in Wasser gekocht oder ein Erhitzen auf entsprechende Temperaturen in der Mikrowelle genutzt.

Will man BPA-freie Flaschen einsetzen, so kann man direkt auf Gasflaschen umstellen, oder auf Solche, die aus Polypropylen hergestellt werden.

Endlich hat nun die Europäische Union reagiert. BPA wird in Zukunft nicht mehr in Babyflaschen enthalten sein, so die neuen Richtlinien (news).

Bisphenol-A in Schnullern

Doch was ist mit Schnullern? Auch sie werden, vor allem beim ganz kleinen Nachwuchs, regelmässig sterilisiert, also hoch erhitzt. Auch sie enthalten Bisphenol-A, wenn auch nur in geringen Mengen im weichen Schnullersauger. Eine weitaus höhere Konzentrationen von 200-1.300 Milligramm pro Kilogramm kann in der Plastikhalterung nachgewiesen werden, sollte diese aus Polycarbonat besteht, bei dessen Herstellung BPA eingestzt wird.

Auf der Seite des BUND ist zu lesen, dass in dem BUND-Test in allen 10 untersuchten Schullern unterschiedlicher Marken Bisphenol-A nachgewiesen wurde. Ihre Folgetests ergaben, dass sich der Giftstoff unter Anderem durch die Speicheleinwirkung aus dem Material lösen und in den Organismus eindringen können. Die Selbe Studie ergab dass, auch wenn kein BPA bei der Herstellung des Saugers verwendet wird, hohe Konentrationen von  im Einzelfall nachgewiesen wurden. Dies könnte daran liegen, dass der Stoff aus dem Hartkunstoffhalter in den Schnullsauger diffundiert. Auch wenn dies nicht die Regel ist, so kommt es bei einzelnen Chargen vor und das Auskochen der Schnuller erhöhte in allen Untersuchungen die BPA-Werte um ein Vielfaches.

Demnach sollte alles was ein Kind in den Mund nimmt möglichst kein Bispehnol-A enthalten. Doch Kleinkinder nehmen alles in den Mund und die Entwicklung der Kinderspielsachen füht immer mehr dazu, dass fast alles aus Kunststoff ist!

Bisphenol-A in Dingen über die Keiner wirklich nachdenkt.

Bei der heissen Diskussion um Grenzwerte und Einsatz von Giftstoffen werden immer nur auf Babyflaschen und Schnuller eingegangen. Doch wenn man sich informiert hat und weiss was Bishphenol-A ist, wieso es potentiell gefährlich ist und wo es überall eingesetzt wird, sollte einem klar werden, dass die Diskussion und Gedanken nicht bei Babyflaschen und Kinderspielzeug aufhören sollten.

Nicht nur die Flaschen und Schnuller, die Beissringe, die Rasseln, die Puppe, das Auto, fast alles ist aus Plastik. Und welches Kind spielt nur mit dem ihm zugeteilten Kinderspielzeug? Welches Kind räumt nicht die Schubladen aus und knabbert an Plastikdosen, Löffeln und Schalen herum, welches Kind freut sich nicht über die CD und DVD Hüllen, die Plastikflasche oder Cremedose als Objekt der Begierde? Alle denken wir über die Babyprodukte nach und verlangen Grenzwerte für die Verwendung von solchen Giftstoffen.

Bei Wikipedia heisst es, dass der Einsatz von Bisphenol-A bei CD´s und DVD´s gesundheitlich als nicht bedenklich eingestuft werden (???).

Insgesamt sollten nicht vergessen werden, dass Richtwerte für einzelne Verwendungszwecke sehr unterschiedlich und sehr viel höher sein können, das Kind widerum aber nicht zwischen dem perfekt kontrollierten Kinderspielzeug und anden Dingen im Haushalt diskriminiert. Für ein Kind ist alles interessant und alles kommt in den Mund. Das sollte man bei einer solchen Diskussion nicht vergessen und sich nicht in falscher Sicherheit wägen, nur weil man nun die perfekten Bisphenol-A freien Flaschen gekauft hat und beim Spielzeug auf Holz oder andere Materialien umgestiegen ist.

Abgesehen von der Diskussion um die Jüngsten dieser Gesellschaft, was ist mit den Älteren? Geht für die ältere Generation keine Gefahr von Bisphenol-A aus? Sicher nicht in dem Masse wie bei Babies und heranwachsenden Kindern, da sie sich in der Wachstumsphase befinden und eine etwaige Störung mit einer grösseren Wahrscheinlichkeit deutliche Folgen mit sich bringt. Beim Erwachsenen findet Zellteilung nicht mehr überall statt, Störungen treten demnach, einfach formuliert, nicht mehr so häufig auf und haben nicht die gleichen Ausmasse. Je nach Organ findet Zellzeilung aber doch ein Leben lang statt und es sind eben diese Gewebe, bei denen Bispehnol-A und andere Giftstoffe sehr wohl einen Effekt haben können.

BPA-Bann!

bpa Bisphenol AKein BPA mehr Kampagnen finden seit Dezember in England und Frankreich statt. Beide Länder fordern, dass die Staaten Verantwortung übernehmen und ein Verbot für BPA, vor allem in Babyflaschen, verhängen. Die wissenschaftlichern Erkenntnisse aus jüngster Zeit untermauern diese Forderung, da diese eine von BPA ausgehende nachweisliche Toxizität zeigen.

res1 Bisphenol ABeim Auftakt der französischen Kampagne ergriff Andre Cicolella das Wort und berichtete detailliert über die letzten Studien, die zu BPA durchgeführt wurden. Seine Zusammenfassung, die bislang nur in französisch erhältlich ist, beschreibt unter Anderem, dass eine deutliche Gefahr von BPA auf Schwangere ausgeht, die sich im Verhalten der Kinder wiederspiegeln, und sogar noch im Alter von 2 Jahren nachweisbar ist.

Was sind die zugelassenen Grenzwerte?

Gemäss der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) liegen die Grenzwerte momentan bei 50 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht, und die allgemeine Einschätzung  der EU-Chemikalienverordnung REACH listet BPA in seiner Verortnung nicht als besorgniserregend. Die aktuelle Einschätzung der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) hingegen, sprach sich im Januar 2010 vorsichtiger aus und listet BPA als bedenklich für die Gesundheit auf (siehe auch hier).

Nun hat die EU ja endlich beschlossen BPA als gefährlich einzustufen – zumindest in Babytrinkflaschen. Ab Anfang 2011 wird diese Neuregelung umgesetzt und ab Juni das Verbot für Produktion oder  Verkauf von BPA-haltigen Babytrinkflaschen in Kraft gesetzt (mehr hier)

Links:

BUND, Wikipedia, health and environment, chemicals health monitor.

Literatur:
rb2 large gray Bisphenol A
Kim, K., Son, T., Park, H., Kim, S., Kim, H., Kim, H., Kim, T., Jung, K., Han, S., & Lee, J. (2009). Potencies of Bisphenol a on the Neuronal Differentiation and Hippocampal Neurogenesis Journal of Toxicology and Environmental Health, Part A, 72 (21), 1343-1351 DOI: 10.1080/15287390903212501

rb2 large gray Bisphenol A
Halden, R. (2010). Plastics and Health Risks Annual Review of Public Health, 31 (1), 179-194 DOI: 10.1146/annurev.publhealth.012809.103714

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  1. [...] beispielsweise die hier aufgeführten Erörterungen zu Bisphenol A, über das wir bereits zuvor (1,2) berichtet haben. Hier wird sehr anschaulich gezeigt, wie seine hormonartige Wirkung im [...]

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