Ein Blick hinter die Kulissen: Museum König

Autor:UliBB

Das Museum König, im schönen Bonn gelegen, ist ein wunderbares Gebäude das eine Vielzahl an sehenswerten Exponaten des Tiereiches bietet. Nach eigenen Angaben ist es ihr Auftrag, die Artenvielfalt der Erde zu erforschen und zu erklären.

Der Namensgeber und Begründer Alexander Koenig (1858 – 1940), Sohn eines Zuckerhändlers in Russland, studierter Biologe und zudem leidenschaftlicher Jäger und Sammler, erkundete bei Expeditionen in die Arktis und nach Afrika die Natur. Mitbringsel dieser Reisen boten die Grundlage einer beachtlichen Sammlung von Insekten-, Vogel und Säugetierpräparaten. Neben Dauerausstellungen bietet es eine Vielzahl von Themenbezogenen Sonder- und Fotoausstellungen, passend zum Darwinjahr ist aktuell `Darwin und die Entstehung der Arten´ eines der Themen.

Hinter den für die Besucher liegenden Bereich findet sich eine grandiose Sammlung, die unter anderem der Forschung zugänglich ist. Im Auftrag von Kopfball durfte ich gleich zwei Mal hinter die Kulissen schauen und staunen. Der sehr nette Direktor höchstpersönlich zeigte mir Räume voll mit verschiebbaren Wänden, die Tausende von Schubladen beherbergen, von denen jede akribisch beschriftete und präparierte Insekten beinhalten. Jeder Hobby-Insektensammler würde hier vor Neid erblassen und nicht aufhören zu staunen. Wer genau wissen will was es dort alles gibt, kann auf der Homepage des Museums unter Forschung-Sammlung auch selbst nachschauen. In der gleichen Kategorie finden sich unter anderen Datenbanken die der Deutschen Opthopteren Sammlung (DORSA) und das Weltregister der Wandernden Tiere (GROMS).

In einem anderen Bereich befindet sich ein ausgestopfter Vogel neben dem anderen und dies ist der Ort der die weltweit grösste Kolibri-Sammlung beherbergt, die immerhin 300 Arten umfasst und für wissenschaftliche Zwecke genutzt wird! Hier sah ich zum ersten Mal das Skelett eines dieser kleinsten Vögel der Welt, dessen Beschaffenheiten der langjährige Kolibri-Experte Prof. Dr. Karl-Ludwig Schuchmann voller Begeisterung erläuterte.
Der Kopfballeinsatz zur Beantwortung der Kolibrifrage zeigt einen Einblick hinter die Kulissen des Museum König und lüftet eines der Kolibrigeheimnisse: Was es mit dem Schwirrflug auf sich hat wurde im Beitrag vom 18.05.2008. (Link) beantwortet.

Ein Besuch im Museum Alexander König lohnt sich nicht nur wegen der gut dargestellten zoologischen Exponate, sondern auch durchaus um das schöne Gebäude mit der grossen Glaskuppel zu bewundern. Hier ist die Savanne ausgestellt, was ganz praktisch ist, da es unter der Glaskuppel im Sommer recht warm wird und die Deckenhöhe für die langen Giraffenhälse geeignet ist. Dieses schöne Gebäude wurde bereits 1912 erbaut, jedoch kriegsbedingt erst 1934 fertig gestellt, um eine systematisch aufgebaute berühmte naturwissenschaftliche Sammlung zu beherbergen. Da es auch im zweiten Weltkrieg vor grösseren Schäden verschont blieb diente es für einige Jahre nicht nur als zoologisches Museum, sondern stellte den einzigen grossen Versammlungsraum in Bonn dar. Hier fand die Eröffnungsfeier des parlamentischen Rates statt, der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer führte 1949/50 hier vorübergehend seine Amtsgeschäfte und selbst das Auswärtige Amt nutzte zeitweilig einige der Räumlichkeiten. Seit 1955 wird das Museumsgebäude aber wieder als Ausstellungsort für die zoologische Sammlung von Alexander Koenig genutzt und auch als Wirkungsstädte des Zoologische Instituts der Universität Bonn.

Einen Besuch kann man nur empfehlen!

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Kategorie: VeranstaltungenWissenschaft und Gesellschaft

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