Lachen bevorzugt

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Autor: UliBB

Lachen ist etwas wunderbares! Jeder weiss inzwischen dem Expertenrat zu folgen macht durchaus Sinn, denn, egal wie man sich fühlt, einfach mal zu lachen hebt garantiert die Stimmung. Seit die Forscher nun gezeigt haben, dass Lachen gesund ist, haben sie auch gleich ein neues Wort dafür kreiert: Die Gelotologie oder auch die Lehre vom Lachen, die auch vom Neurologen Dr. William Fry am Institut für Gelotologie in San Francisco erforscht wird. Er und andere fanden, dass lachen entspannend wirkt, da statt der 43 Muskeln für ein mürrisches Gesicht nur 17 Lachmuskeln aktiv sind. Der Blutdruck steigt vorübergehend an, das Zwerchfell massiert die Organe im Bauchraum und aktiviert dadurch Verdauungssäfte, und die beschleunigte Atmung sorgt für eine bessere Durchblutung. Im Gehirn können biochemische Prozesse beobachtet werden: Lachen hemmt die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol, während es das Glückshormon Endorphin vermehrt ausschüttet. Selbst das Immunsystem wird vom Lachen positiv beeinflusst

Nervenschaltungen im Gehirn die für das Lachen bestimmt sind existieren offenbar in sehr ursprünglichen Regionen des Gehirns und können schon in sehr frühen Entwicklungsphasen beobachtet werden. Bereits ein Baby kann lachen und wenn man es genau nimmt schon wenn es noch nicht einmal geboren ist, wie Ultraschallbilder von Ungeborenen zeigen.
Lachen hat eine vielseitige Funktion und scheint evolutionsbiologisch schon lange zu existieren, also nicht nur beim Menschen eine Rolle zu spielen. Vergleiche von spielenden oder sich jagenden Kindern oder Affen beweisen, dass alle lachen. Also nicht nur Menschen und Affen, sondern sowohl der Gejagte als auch der Jäger. Dabei lacht der Gejagte allerdings gerne mehr als der Jäger, was wohl einen der Gründe des Lachens untermauert. Dieser liegt darin zu zeigen, dass man dem Gegenüber freundlich gesinnt ist und keine Gefahr droht. Auch Unterwürfigkeit wird damit gezeigt. Im niederländischen Burger’s Zoo in Arnheim habe ich zusammen mit dem langjährigen Lachforscher und Biologen Hartmut Rothgänger von der Charité in Berlin und seiner Frau eine Gruppe von Schimpansen beobachten können, die eben dieses Verhalten aufwiesen.
 Lachen bevorzugt

Dabei neckte ein Jungtier eines der ausgewachsenen Männchen das ihm haushoch überlegen war und zeigte dabei möglichst oft das Lachgesicht mit weit geöffnetem Mund, nach dem Motto, ich spiele nur und will mich nicht mit Dir messen. Das selbe Verhalten konnte beobachtet werden wenn zwei ausgewachsene Männchen miteinander spielten.

Die Gruppe um den emiritierten Psychologieprofessor Panksepp an der Bowling Green State University in Ohio (USA) beschrieb dabei bereits 2005 das auch Ratten lachen. Ja Ratten! Dieses Verhalten zeigen sie beim Spielen, indem sie Geräusche im Ultraschallbereich produzieren die von den Wissenschaftlern als Zirpen bezeichnet werden und positive Emotionen reflektieren. Diese Töne sind eindeutig von denen zu unterscheiden die ein Tier von sich gibt wenn es sich unwohl fühlt und `jammert´. Auch Kopfball ist dieser Frage nachgegangen und hat dafür die Arbeitsgruppe von Professor Rainer Schwarting der Universität Marburg aufgesucht, denn hier kennen sie sich mit der Gefühlswelt der Ratten aus.
 Lachen bevorzugt
Ich wollte es ja nicht glauben, aber so etwas niedliches habe ich selten erlebt wie das Zirpen dieser Ratten als ich sie kitzeln durfte!

Lachende Ratten an der Universität Marburg

Das Kitzeln gefällt den Ratten sogar so gut, dass sie sich dadurch konditionieren lassen und dem Finger folgen um doch bitte noch etwas mehr gekitzelt zu werden. So wie auch wir Menschen gerne lachen und uns mit lachenden freudigen Gemütern umgeben, bevorzugen wohl auch Ratten lachlustige statt schweigsamere Artgenossen.

In diesem Sinne, heute schon gelacht? Oder wie der Spruch so schön sagt: Der Traurigste aller Tage ist der an dem Du nicht gelacht hast.

Literatur und passende Information zu diesem Artikel:

J. Panksepp (2005). PSYCHOLOGY: Beyond a Joke: From Animal Laughter to Human Joy? Science, 308 (5718), 62-63 DOI: 10.1126/science.1112066

Kopfball unterwegs im Burger Zoo: link

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Kategorie: Wissenschaft und Gesellschaft

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