sponsor a scientist

Autor: UliBB

Mehr Geld für die Wissenschaft? Das ist ein ständiges Thema zur Zeit, da die Wissenschaft immer mehr in das öffentliche Interesse gelangt. Wissenschaft und Forschung ist allerdings nach wie vor ein Luxusgut. Es gibt leider noch viel zu viele Bereiche die brach liegen, viele Fragen die unbeantwortet bleiben, weil Gelder fehlen. Nur wo könnte man diese rekrutieren? Immer kreativer werden die Organisationen. Eine kollektive non-profit Organisation zwischen der Temple Universität in Philadelphia und der Universität von Siena in Italien hatten eine neue Idee: Eine ebay Auktion starten mit dem Motto `sponsor a scientist´. Hier kann man mitbieten und bei einem Erfolg dieser Auktion letztendlich tatsächlich einen Wissenschaftler für mindestens ein Jahr fördern. Das beste Szenario dass die Sbarro Health Research Organization (SHRO) gerne erzielen würde, sind 5 solche Stipendien die dann den namen des Sponsoren oder den von ihm gewählten Namen tragen würden.
Eine gute Idee und wer mitbieten will, hier der link! Auf das die Wissenschaft weiter gedeihen möge und viele neue Daten ranschafft.

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ebay auction: sponsor a scientist

Und diese Information kann ich aus erster Hand geben: Keine Sorge, es werden keine Gelder für einen Wissenschaftler rausgeschmissen… so viel verdienen die nämlich nicht und wenn man noch die tatsächlichen Arbeitstunden berücksichtigt erst recht nicht. Es ist eine Passion, kein Job heisst es immer. Und Passion muss doch gefördert werden, oder?

Wieso sollte man einen Wissenschaftler fördern?
Wie sieht die Finanzierung von Wissenschaftlern denn aus?

Von Aussen strahlen immer mehr brandneue Institute, werden immer exzellentere Forschungszentren kreiert, wird mit der Forschung Werbung gemacht… doch hinter den Kulissen geht der ewige Kampf um die Finanzierung weiter. In der Realität sieht es so aus, dass ein Wissenschaftler im Allgemeinen erst einmal sein Hochschulstudium absolviert, mehrere Jahre Doktorarbeit anhängt, dem folgen die Jahre als Postdoktorand bis man, mit viel Fleiss und einer grossen Portion Glück vielleicht mal eine Assistenten oder Juniorgruppenleiterstelle bekommt. Danach gilt es weiterhin mit viel Fleiss und Glück dem Dasein eines Gruppenleiters näher zu kommen, der eine halbwegs gesicherte Stelle hat. Sicher ist die Kritik angebracht dass Lebensstellen auch keine Option sind, da der Wissenschaftler, der nun endlich seine Habilitation abgelegt und einen Ruf als Professor bekommen hat, ja womöglich seine Hände in den Schoss legen könnte nach all dem Stress. Die Sorge ist, dass die Produktivität leidet, da der Druck weg ist. In der Realität werden wohl die wenigsten Professoren es so sehen, aber das ist ja auch eine andere Geschichte. Hier geht es vielmehr um das Prinzip, dass zu diesem Werdegang, als sei der nicht schon schwierig genug, weil immerzu 200% Leistung, Krativität, Aufopferungsbereitschaft, unendliche Motivation und Dankbarkeit für die Arbeit verlangt wird, noch das leidige Thema Geld hinzukommt. Wie bei allen Hochschulstudiengängen verdient man natürlich nichts und ist auch keine 20 Jahre mehr alt, wenn man sein Diplom in der Tasche hat. Während der Doktorandenzeit kann man immerhin endlich die eigene Miete zahlen, doch das können nur die Glücklichen die von ihrem Chef einen Vertrag oder vielmehr Verträge bekommen, welche die gesamte Doktorandenzeit abdecken. Die Regel ist, dass man sich in dieser Phase des Werdeganges schon an 1-2 Jahresverträge gewöhnt. Hat man Pech muss man die Doktorarbeit zuletzt unentgeldlich zusammenschreiben, sie ist ja schliesslich auch ein Privatvergnügen zur Erlangung des Doktorgrades, eine Ehrung die einem Selbst zuteil wird. Weiter geht das muntere um Gelder werben in der Postdoc-Zeit. Auch hier gilt: Hat man Glück kommt man in eine Gruppe die `reich genug´ ist, um einem zumindest eine Anfangsfinanzierung zu bieten. Nun hofft der Wissenschaftler eines der vielen Stipendien abzugreifen, die einen 6 Monate bis 4 Jahre finanzieren. Ist diese Hürde geschafft, kann man sich der Forschung zuwenden und sich die Nächte und Wochenenden um die Ohren schlagen, denn wenn jetzt keine Daten geliefert werden, ist eine Folgefinanzierung kaum denkbar. Nach diesem Schema scheint es endlos weiter zu gehen. Denn auch Gruppenleiter haben es nicht gerade einfach. Ihr angenehmer Job ist es nun Gelder für sich einzuwerben, die Stellen seiner Mitarbeiter zu sichern, Gelder für Verbrauchsmittel genehmigt zu bekommen usw. usw. So kommt es oft zu skurillen Situationen in denen besipielsweise Geld für eine Zentrifuge oder einen Computer verfügbar ist, nicht aber für Jemanden der diese Gerätschaften nutzt, oder Gelder für Antikörper und Versuchstiere, nicht aber Gelder für den Computer den das Labor dringend benötigt, um Daten auszuwerten. Es ist eine ewige Zwickmühle aus der man schwierig rauskommt und alle versuchen ihr Bestes um mit diesem nicht optimalen System zurecht zu kommen und produktiv zu sein. Die Wissenschaft ist es wert. Teil von dieser Maschienerie zu sein erfüllt einen mit Freude. Der Gedanke heute etwas zu sehen oder zu entdecken, das womöglich noch niemand zuvor gesehen hat, treibt einen an. Schade nur, dass man so viel Zeit mit Bürokratie verschwenden muss, mit Finanzierungsplänen die einen von der wirklichen Arbeit abhalten. Und auch wenn es immer mehr gute Möglichkeiten gibt um Gelder zu erhalten, fehlt leider oft das halbe Jahr das zum Abschluss des Projektes notwendig gewesen wäre. So verlassen Wissenschaftler die Wissenschaft weil keine Folgefinanzierung da ist. Es ist nur leider kein Job der dann einfach übernommen werden kann und man fragt sich was mit den erhobenen Daten wohl geschehen mag… Wenn man diese Lücke schliessen könnte wäre die Wissenschaft sicher viel produktiver!

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Kategorie: Wissenschaft und Gesellschaft

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