Toxische Substanzen in unserer Umwelt

Die Gefahren die von Giftstoffen in unserer Umgebung ausgehen, werden durch entsprehende epidemiologische Studien immer deutlicher. Tatsächlich ist es so, dass Jährlich 10000de von neuen Substenzen auf den Markt kommen, die nach Meinung mancher Wissenschaftler nicht zureichend geprüft sind. Sie sollen `alte´Substanzen ersetzen, die ihren Wirkungsgrad verloren haben, oder als zu gefährlich eingestuft wurden. Die Bestimmungen für die Zulassung beinhaltet die Kontrollen, ob die Stoffe mutagen sind oder zu hormonellen Veränderungen führen können. Leider wird nicht nach deren Grad an Neurotoxizität entschieden, wie Jordi Sunyer, leitender Epidemiologe am CREAL in Barcelona sagt. Viele dieser Stoffe werden in der Landwirtschaft zur Schädlingsbekämpfung genutzt, wo sie als Neurotoxine wirken, warum sollten sie im Laufe der Nahrungskette also nicht auch für uns schädlich sein?

Doch wo wird die Grenze festgesetzt? Wie viel darf von welcher Substanz wo enthalten sein? Meist werden Grenzen höher angesetzt als es den Wissenschaftlern lieb ist. So kommen sie in den Umlauf und erst Jahre später können Wissenschaftler durch langwierige Studien beweisen, dass sie einen negativen Effekt haben. Viele Schadstoffe werden auch nicht mehr so schnell abgebaut, weshalb die Wissenschaftler hier gerne von chronischer Toxizität sprechen. Organochloride beispielsweise, die in vielen Pestiziden wie auch dem seit Jahren weitgehend verbotenen DDT enthalten sind, werden im Fettgewebe des Körpers akkumuliert. Vorteil der Frau gegenüber dem Mann ist, dass sie die Möglichkeit hat die Giftstoffe loszuwerden, sollte sie ein Kind haben und es mit Muttermilch ernähren. Nachteil dabei – das Kind bekommt sie somit und lagert sie ein. Dennoch gilt dieser negativer Effekt nach wie vor als akzeptabel, da der positive Einfluss der Ernährung mit Muttermilch überwiegt.

Auch bei Blei, welches in Kraftstoffen enthalten ist, war von Anfang an klar, dass es schädlich ist. Das Ausmass allerdings, konnte erst ermittelt werden, als schon jahrelang die Umwelt verschmutzt und Effekte bei Populationsstudien gemessen werden konnten. Das System müsste umgestellt werden, meint Jordi Sunyer. Wir sollten die Kausalkette umdrehen, indem wir von Anfang an reagiern. Die positive Nachricht im Bezug auf Blei ist allerdings, dass die Anzahl der Kinder mit zu hoher Bleibelastung im Blut gesunken ist. Miquel Porta, leitender Epidemiologe am IMIM in Barcelona, erklärt, dass dies sicher auch der reduzierten Bleibelastung in der Luft durch die Nutzung von bleifreiem Benzin zuzuschreiben ist.

In einem aktuellen Artikel in `el Pais´(hier) wird ausserdem auf die Gefahr weiterer Stoffe wie Bisphenol-A oder BDE-47 hingeweisen. Während Bisphenol-A in allerlei Plastikflaschen enthalten ist, wird BDE-47 in Feuerverzögernden Stoffen wie Decken und Gardinen eingesetzt.

flasche Toxische Substanzen in unserer UmweltDer Artikel beruht auf amerikanischen Studien die dazu geführt haben, dass weitere 75 Substanzen als bedenklich für die Gesundheit deklariert wurden. Wie gifitg ein Stoff ist, scheint die Politik zu entscheiden. Während beispielsweise in Canada und Californien überlegt wird Bisphenol-A ganz zu verbieten, gilt es in Europa noch nicht als bedenklich, da noch zu wenig Daten vorliegen würden, die ein Verbot zur Folge hätten. Dabei ist gezeigt worden, dass Bisphenol-A zumindest in Ratten und Mäusen in den hormonellen Zyklus eingreift. Selbst geringe Mengen hatten einen Einfluss auf verschiedene Wachstumshormone, die Fertilität, eine vermehrte Fettzellbildung und sogar Verhaltensstörungen zur Folge. Möglicherweise reagiert der Mensch anders als Ratten und Mäuse auf Bisphenol-A und es ist demnach gänzlich unbedenklich. Die Wahrscheinlichkeit dass diese Substanz aber einen negaitven Einfluss hat, erscheint weitaus höher. Immerhin gibt es Bisphenol-A freie Babyflaschen oder Glasflaschen kommen zum Einsatz, so dass das Neugeborene noch ein bisschen verschont bleibt und sich möglichst Bisphenolfrei entwickeln kann.
Auch für BDE-47 konnte in Tierversuchen ein eindeutig negativer Effekt auf beispielsweise neuronale Funktionen (1) gezeigt werden und beschrieben werden, dass es sogar über die Haut aufgenommen (2) und im Blut nachgeweisen werden kann.

Eine Vielzahl von möglicherweise gifitgen Stoffen werden untersucht und dabei der Einfluss unserer Umwelt – auch auf unserer Entwicklung – immer deutlicher.

Hier noch ein Artikel zum Thema in Scientific American.

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Kategorie: Wissenschaft und Gesellschaft

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  1. [...] fast einem Jahr schrieben wir hier: “[BPA griff] in Ratten und Mäusen in den hormonellen Zyklus ein. Selbst geringe Mengen [...]

  2. [...] um Bisphenol-A und andere Stoffe auf, welche hormonelle Störungen verursachen können. Auch hier haben wir bereits diese Thema aufgegriffen und es gibt immer wieder Artikel (2) dazu, wie diese aus [...]

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