Die unendliche Geschichte, oder das Stammzelldebakel…

Autor: fee
Man kann es schon fast nicht mehr hören als Biologe, Da wird geredet und debattiert und Leute, die meiner Meinung nach zu oft keine Ahnung von den tatsächlichen Erfordernissen der naturwissenschaftlichen Forschung haben treffen Entscheidungen, welche Stammzellinien in Deutschland nun verwendet werden dürfen, welche Stichtage für die Gewinnug derselben gelten und ob diese Stichtage, deren Eignung für die ethische Einstufung mir ehrlich gesagt auch nicht ganz klar ist, verändert werden dürfen/sollten.

In den Vereinigten Staaten hat die Bush Administration im August 2001 eine ähnliche Regelung verabschiedet: Nur Stammzelllinien, die bereits existieren dürfen für die wissenschaftliche Forschung verwendet werden. Andere “fortschrittlichere” Länder galten deshalb als Meca der Stammzellforschung.
Ein findiger Bioethiker (Robert Streiffer von der University of Wisconsin, Madison) hat sich nun die Einwilligungserklärungen der 21 Frauen, deren gespendete Embryos für die Gewinnung der zur Zeit verwendeten embryonalen Stammzelllinien verarbeitet wurden mal genauer angeschaut. Diese Zelllinien sind vom US National Instituet of Health (NIH) anerkannt und für die wissenschaftliche Forschung freigegeben. Bei diesem Vergleich musste er feststellen, dass die Hälfte dieser Erklärungen nicht mit den Richtlinien der US National Academy of Sciences (NAS) in Einklang waren ([R. Streiffer, Hastings Cent. Rep. 2008). In zwie Fällen wurde zum Beispiel nicht ausdrücklich formuliert, das die bei der künstlichen Befruchtung erzeugten Embryos zerstört werden. Daraus folgerte die University of Stanford, dass die Unstimmigkeiten in mindestens fünf der Zelllinien so gravierend sind, dass diese bis auf weiteres nicht verwendet werden sollten.
Wie gehts wohl weiter? Dieses Thema bietet genug Zündstoff für unendliche weiter Debatten…
Für tiefere Informationen empfehle ich den Nature Stammzell-Blog “the niche”.

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Kategorie: Wissenschaftsnews

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