Ein bisschen Stress kann auch helfen!

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Autor: Fee
Bislang glaubte man, dass Stress grundsätzlich schlecht für die Gesundheit ist und eine Fülle an Verbindungen zu den verschiedensten Krankheiten konnte gezeigt werden. Da ist es doch mehr als gerecht, dass endlich mal jemand etwas positives über den heute so allgegenwärtigen Stress zu berichten weiss.
In einem recht einfallsreichen Experiment haben Forscher Mäuse zwei mal die Woche einer schädigenden Dosis von UV-B Strahlung ausgesetzt. Dies führt zur Entwicklung von Hautkrebstumoren. Um nun den Einfluss von Kurzzeitstress auf diese Tumorentwicklung zu untersuchen wurde eine 30 Mann starke Gruppe dieser Mäuse zusätzlich vor Beginn der Belichtung gestresst. Dazu wurden die Tiere in eine gut belüftete Plastikröhre gesteckt, die deren Bewegung unterbindet und damit zu Stress führt. In diesen Mäusen kam es erstens zu viel weniger Tumorentstehungen und in Tieren die Tumore entwickelten war deren Zahl deutlich geringer als in den Kontrolltieren.

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Der zugrunde liegende Mechanismus wurde nur teilweise aufgeklärt, doch die Messung von Cytokinen, Botenstoffen des Immunsystems, zeigte eine deutliche Erhöhung von CTACK und RANTES, beide Faktoren rekrutieren T Zellen zum Ort des Geschehens; Interleukin-12, das die Anzahl von Leukozyten erhöht und das Tumorwachstum verlangsamt; und Interferon-y, das ebenfalls Tumoren unterdrückt.
Die genauen Vorgänge zu entschlüsseln bedarf sicherlich noch einiger Arbeit, doch ein interessanter neuer Weg ist damit beschritten.

Dhabhar, F., Saul, A., Daugherty, C., Holmes, T., Bouley, D., & Oberyszyn, T. (2009). Short-term stress enhances cellular immunity and increases early resistance to squamous cell carcinoma Brain, Behavior, and Immunity DOI: 10.1016/j.bbi.2009.09.004

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  1. Julson sagt:

    Hallo, ich habe den Artikel mit Interesse gelesen und finde es erstaunlich, dass eine so negative Alarmreaktion des Körpers gesundheitsfördernde Botenstoffe freisetzen kann. Es geht ja nicht einmal um kleine Veränderungen, sondern darum, dass deutlich weniger Mäuse Tumorbildungen hatte. Diese Erkenntnis kann außerordentlich wichtig, nicht nur für die Krebsforschung, sein und ich bin sehr gespannt darauf, wie sich dieses Thema weiter entwickeln wird. Es ist erstaunlich, was die Forschung heutzutage möglich macht.

    [Antwort]

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