Eine Netzhaut aus der Petrischale

Die Netzhaut, oder auch Retina ist das Organ, das für die Perzeption von Sehreizen, also Bildern verantwortlich ist. Sie besteht aus zwei differenzierten Lagen von unterschiedlichen Zellen und besitzt eine genau definierte dreidimensionale Struktur. So etwas in der Zellkultur zu züchten schien bisher unmöglich, doch neue Ansätze der Behandlung von embryonalen Stammzellen hat es möglich gemacht und zwar durch Selbstorganisation der Stammzellen. Diese besitzen alle Informationen, die sie benötigen um diese komplexe Struktur auszubilden.

590px Retinography Eine Netzhaut aus der Petrischale Wissenschaftler in Riken, Japan haben dafür embryonale Stammzellen mit einem Proteinmix in Kultur enommen, von welchem man wusste, dass er zur Ausbildung von Retinazellen führt. Das Hauptproblem bei solchen Asätzen scheint jedoch die Ausbldung von dreidimensionalen Strukturen zu sein. Andere Experimente greifen deshalb auf Matrizes zurück, die durch die Entfernung aller Zellen von beispielsweise einer Trachee entstehen. Diese sogenannten “Geister”, die hauptsächlich aus Collagen-Stützmaterial bestehen, können dann anschliessend mit den entsprechenden Stammzellen wiederbesiedelt werden. In einem solchen Ansatz ist es Forschern gelungen, ein zumindest teilweise funktionstüchtiges Rattenherz herzustellen.

Für die Herstellung der Mäuseretina, gingen die Forscher einen anderen Weg, hier wurde lediglich eine gelartige Grundmatrix zur Verfügung gestellt, an welcher sich die ersten Zellkonglomerate anhaften konnten. Dauraus bildeten sich dann ballonförmige Vesikel, ganz ähnlch den Strukturen, die man aich in der Embryonalentwicklung beobachten kann und letztendlich stülpten sich die Konstrukte ein, um die typischen becherförmigen Retinas auszubilden. Die Identität der verschiedenen Zelltypen in den verschiednen Schichten der Netzhaut konnten erfolgreich nachgwiesen werden und alles in allem scheint es sich bei den selbstorganisiert entstandenen Strukturen um synthetische Retinas zu handeln. Ob es auch zur wahrnehmung von Lichtreizen kommt, wurde bisher noch nicht untersucht. Als mögliche Quelle für Zellen zur Transplantation könnten diese Konstrukte gut dienen, da sie aus den eigenen Stammzellen gezüchtet werden könnten und somit keine Immunsuppression benötigen (im Auge ist dies grundsätzlich nicht nötig), aber bei der Translation dieser Ergebnisse in andere Gewebe, könnte daraus ein enormer Vorteil entstehen.

Ist das die Zukunft für Ersatzorgane?

rb2 tiny Eine Netzhaut aus der Petrischale Callaway, E. (2011). Stem cells make ‘retina in a dish’ Nature DOI: 10.1038/news.2011.215

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RSSKommentare (1)

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  1. Markus Menzel sagt:

    Zur Unterstützung der Augen kann man, das ist zumindestens mein Wissen und meine Erfahrung am besten Lutein und Zeaxanthin nutzen ! Sie lassen sich in einigen vollreifen Obst und Gemüsesorten wiederfinden !

    [...] sorry nachfolgende Verweise wurden gelöscht da diese Seite nicht zu Werbezwecken dient…

    [Antwort]

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