Gravitationswelle verzweifelt gesucht!

Neben all dem Rummel um den LHC, der für meine Person auch durchaus verständlich ist, ging eine weitere wichtige Meldung aus der experimentellen Physik, etwas unter. Das Grossexperiment VIRGO, ein Gravitationswelleninterferometer, keine 500km entfernt bei Pisa in Italien ist nämlich einem Unfall zum Opfer gefallen.Bei dieser Anlage handelt es sich um zwei rechtwinklig zueinander verlaufende 3km lange Tunnel, in denen jeweils die Hälfte eines aufgeteilten Laserstrahls mehrere Mal hin und her gespiegelt wird.

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Trifft nun eine Gravitationwelle, die in der Theorie von sehr massereichen bewegten Objekten erzeugt wird, auf die Anlage, führt diese, durch die rechtwinklige Anordnung, zu unterschiedlichen Stauchungen der Tunnelröhren. Diese Stauchung kann später, nach der Wiedervereinigung der beiden Strahlhälften als Abweichung in der Interferenz nachgewiesen werden. Da jedoch die zu messenden Längenveränderungen in der Laufbahn im Bereich von 10-19 Metern liegen, kann man sich gut vorstellen, dass die Spiegel in einer enormen Exaktheit gefertigt werden müssen (10 Nanometer) und die ganze Anlage in einem Hochvakuum von 10-8 Milibar betrieben werden muss, da sonst vorhandene Luftmoleküle den Strahlengang des Lasers beeinflussen könnten.

Bei planmässigen Wartungsarbeiten passierte dann das Unglück, als das Vakuum der Anlage wiederhergestellt wurde, implodierte ein Sichtfenster und Scherben der Scheibe trafen den hochempfindlichen Spiegel, der dadurch natürlich unbrauchbar wurde. In Folge der Analysen wurde festgetellt, dass wohl nicht das Vakuum selbst, sondern die Vibrationen der Vakuumpumpen für den Unfall verantwortlich waren. Demzufolge entschieden die Verantwortlichen, alle ca. 100 Sichtfenster der Anlage auszuwechseln, um einen vergleichbaren Unfall in der Zukunft zu verhindern. Doch die Betreiber hatten auch Glück im Unglück, da die Anlage für die Wartungsarbeiten sowieso abgeschaltet bleiben sollte und die nun nötigen Reparaturen, parallel ausgeführt werden können und keine Verzögerungen im Terminplan der Anlage entstehen.

Für weitere Informationen empfehle Ich den Artikel von Geoff Brumfiel auf NatureNews.

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Kategorie: Wissenschaftsnews

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