“Geburt” eines humanen Immundefizienz-Virus (HIV)

rb2 large gray Geburt eines humanen Immundefizienz Virus (HIV)
Autor: fee
Das humane Immundefizienz-Virus (HIV) ist seit seiner Entdeckung in den fruehen 80er Jahren eine der gefaehrlichsten Infektionkrankheiten weltweit. Das Virus hat sich pandemisch ueber den gesamten Planeten ausgebreitet und hat insgesamt ca. 25 Millionen Menschen das Leben gekostet. Besonders in den Drittweltlaendern wuetet es unter den Betroffenen und toetet auch Kinder, die sich bei der Geburt an ihrer infizierten Mutter anstecken. Die sogenannten HAART-Therapien (aus dem engl: highly active antiretroviral treatment) sind Kombinationstherapien, bei denen unterschiedliche Praeparate je nach Beduerfnis und Virustyp des Patienten zusammengestellt werden. Da dies sowohl zeit- als auch kostenintensiv ist, profitieren haupsaechlich Patienten in den westlichen Industriestaaten von diesen Medikamenten. Davon abgesehen, dass das Virus mit diesen Wirkstoffen heutzutage wirkungsvoll aufgehalten werden kann, stellt dies keine Heilung dar, da bei Beendigung der Therapie ein erneuter Ausbruch erfolgt und eine Ansteckungsgefahr bestehen bleibt. In den letzten dreissig Jahren wurden enorme Anstrengungen unternommen, um den Lebeszyklus und die zugrundeliegenden Mechanismen des HI-Virus zu verstehen, aber die als Ziel erklaerte Entwicklung einer wirksamen Impfung konnte bisher noch nicht erreicht werden. Darum ist es weiterhin wichtig noch genauere Einblicke in die Vorgaenge zu erhalten, die in der infizierten Zelle stattfinden waehrend sich das Virus dort vervielfaeltigt, um moeglicherweise neue Ansaetze fuer zukuenftige Wirkstoffe zu entdecken.
Dem Forscherteam um S. Simon an der Rockefeller Universitaet in New York ist es nun erstmals gelungen, die “Geburt” von virusaehnlichen Partikeln, die sich gleich verhalten, in lebenden Zellen zu filmen. [Video].
Dafuer wurde das GAG-Protein, Hauptbestandteil der, den Virus umgebenden Huelle, mit einem fluoreszierenden Farbstoff markiert PubMed. Dadurch konnte das Auftauchen dieser Proteine auf der Zelloberflaeche visualisiert und verfolgt werden. Durch diese Beobachtungen konnten die Forscher eine mittlere Zeitspanne von 5-6 Minuten [Video] fuer das Zusammensetzen eines Viruspartikels errechnen. Deise neue Beobachtungsmethode erlaubt Einblicke in die Vorgaenge beim Zusammensetzen der Viren in einer Genauigkeit, die mit den bisherigen Methoden unerreichbar war. Mit dieser Methode laesst sich zum Beispiel die Wirksamkeit neuer Medikamente untersuchen und deren Entwicklung verbessern.
Wenn man bedenkt, dass die hier gefilmten viralen Strukturen eine Groesse von 100-120 nm (1 Nanometer entspricht dem Milliardstel eines Meters) besitzen muss man doch beeindruckt sein!

Nolwenn Jouvenet, Paul D. Bieniasz, Sanford M. Simon (2008). Imaging the biogenesis of individual HIV-1 virions in live cells Nature, 454 (7201), 236-240 DOI: 10.1038/nature06998

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Kategorie: Wissenschaftsnews

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