Mehr Mädchen in den Tropen?

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Autor: Fee
Es gibt verschiedene Spezies, die das Geschlecht ihres Nachwuchses an die Umweltbedingungen anpassen können. Ob dies beim Menschen auch so ist wurde bisher nicht klar untersucht. Es gab zwar Studien, eine in den USA und eine in Europa, doch diese waren geographisch limitiert und kamen zu wiedersprüchlichen Ergebnissen. Um dies endgültig aufzuklären machte sich die Reproduktionsendokrinologin Kristen Navara, die ähnliches bereits bei Hamstern unter Tageslichtverkürzung untersucht hatte, daran, eine globale Studie zu initiieren. Und diese Studie ist ein gutes Beispiel für die Langatmigkeit, die man als Wissenschaftler oft braucht. Sie analysierte über 10 Jahre die Geburtenstatistiken aus 202 Ländern und verglich sie mit Breitengrad, Durchschnittstemperatur, Tageslänge und sozioökonomischem Status. Und sie kam zu eindeutigen Unterschieden der Geschlechtshäufigkeit in Abhängigkeit von der geographischen Lage. So kamen in nördlichen Gebieten 51,3% Jungen zur Welt, während es in tropischen Gebieten nur 51,1% sind. Das klingt nicht nach viel, ist aber ein eindeutiger Unterschied und bei der Menge der erhobenen Daten auch glaubhaft.

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Was der Grund und der dahinterliegende molekulare Mechanismus dieser Verschiebung sein könnte, ist weiterhin unklar. Doch die Endokrinologin vermutet, dass Melatonin, ein Hormon das dei Schlaf-Wach Rythmen kontrolliert, beteiligt sein könnte. Die Produktion und Ausschüttung dieses Hormons sind eng an die Tageslänge und die Jahreszeit gekoppelt. Doch wie dies die Geschlechtsverteilung beeinflussen könnte ist fraglich.
Also wer ein Mädchen möchte sollte sich vielleicht ein paar Tage freinehmen und in die Karibik fahren!

Navara, K. (2009). Humans at tropical latitudes produce more females Biology Letters DOI: 10.1098/rsbl.2009.0069

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