Neue minimale Energiequelle für Archaebakterien

Passend zum Jahr der Energie haben koreanische Forscher die wohl minimalste Energiequelle der Welt entdeckt, die komplexe Vorgänge, nämlich Leben antreibt.
Am Boden der Ozeane befinden sich die unglaublichsten Lebensgemeinschaften und in Punkto Energiegewinnung basieren diese nicht auf dem Licht der Sonne, was lange Zeit für die unausweichliche Energiequelle zu Beginn jeder Nahrungskette gehalten wurde. Doch mit der Entdeckung hydrothermaler Quellen und anderer geologischer Phenomene (z.B. die hochsalinen Brine Pools) am Grund der Ozeane, wurde diese eingeschränkte Sichtweise überholt.
smoker 150x150 Neue minimale Energiequelle für ArchaebakterienSchritt für Schritt klärten die Forscher chemische Reaktionswege auf, die den verschiedenen Mikroorganismen als Energiequelle dienen und somit den Startpunkt verschiedener Narungsketten setzen, die sich über kleinere Mehrzeller, Würmer, Krebse und Krabben, bis hin zu grossen Fischen fortsetzen können. Man ist sich heute sogar ziemlich sicher, dass diese unterseeischen Formationen wie zum Beispiel die Black/White Smokers, in ähnlicher Form die Kreissäle des ersten Lebens auf unserem Planeten waren. Wie dem auch sei. Nun ist es Forschern gelungen eine chemische Reaktion, nämlich die Spaltung von Ameisensäure unter Beteiligung von Wasser zu Wasserstoff und Bicarbonat. Diese Reaktion ist nichts neues, und in dieser Form Chemikern schon lange bekannt, doch bisher ging man thermodynamisch davon aus, dass diese Reaktion einfach nicht genug Energie abwerfen würde, um davon zu leben. Doch Thermococcus onnurineus kann, was ihr niemand zugetraut hatte, das Leben am Thermodynamischen Abgrund. Und auch nur durch die harschen Temperaturbedingungen von knapp 80ºC gibt die chemische Reaktion erst genug Energie ab, um davon zu leben. Und das alles findet in ca 1600 Metern Tiefe vor Papua Neu Guinea statt. Dort Entdeckten Sung Gyun Kang und sein Team vom Korea Ocean Research & Development Institute die Niedrigenergiearchaeen.

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Kim, Y., Lee, H., Kim, E., Bae, S., Lim, J., Matsumi, R., Lebedinsky, A., Sokolova, T., Kozhevnikova, D., Cha, S., Kim, S., Kwon, K., Imanaka, T., Atomi, H., Bonch-Osmolovskaya, E., Lee, J., & Kang, S. (2010). Formate-driven growth coupled with H2 production Nature, 467 (7313), 352-355 DOI: 10.1038/nature09375

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