Quallen als Mischmaschinen des Ozeans!

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Autor: Fee
Quallen und andere marine Lebewesen tragen gleichviel zur Durchmischung der Ozeane bei wie es Strömungen, Winde und Gezeiten tun? Klingt im ersten Moment unwahrscheinlich? Diese Idee wurde erstmals Mitte des letzten Jahrhunderts von Charles Darwin´s Enkelsohn (ebenfalls ein Charles Darwin) formuliert, doch lange Zeit ignoriert. Nun ist es Bionikforschern vom California Institute of Technology gelungen diese Theorie neu zu beleben. Und dies mit denkbar einfachen Mitteln. Sie benötigten dafür eine Schnorchelausrüstung,, Videokamera, eine grosse Spritze mit einem ungiftigen Farbstoff und ein schönes Plätchen, in diesem Fall ser Jelly Fish Lake auf der südpazifischen Insel Palau (so macht Forschung Spass!). Als Modellorganismus für ihre Untersuchung diente ihnen das Nesseltier Mastigias sp., deren Unterwasserfortbewegung beobachtet wurde und mit Hilfe des Farbstoffes, die dabei entstehenden Wasserbewegungen visualisiert wurden (so sah das dann aus).

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Grundsätzlich sind die obersten Schichten der Ozeane ein oft wilder Ort mit starken Bewegungen der Wassermassen durch Wind und Gezeiten, doch darunter ist das Mass der Bewegung eher gering. Wie kommt es nun zu Vermischungsprozessen, die Temperaturgradienten verschieben und Nährstoffe in die Tiefe befördern? Natürlich gibt es gigantische Strömungen wie zum Beispiel den Golfstrom, die Aufgrund von Salinitäts- und Temperaturunterschieden grosse Mengen an Wasser bewegen, doch könnte es noch weitere, bisher unbekannte Mechanismen geben?
In der Theorie, schleppt ein sich in einer viskosen Flüssigkeit fortbewegender Körper ein bestimmtes Wasservolumen hinter sich her, was in einer messbaren Vermischung des durchquerten Wasserkörpers resultiert.
Die computergestützte Analyse der vor Palau angefertigten Videoaufnahmen (die eindrucksvollen Filme gibts hier), die durch Simulationen ergänzt wurden, ergab dann auch ein rechnerisches Modell, dass den freischwimmenden Meeresbewohnern ein mächtiges Potential an Durchmischungsvermögen zusprach. In diesem Fall machts bestimmt auch die schiere Masse an rumpaddelnden Tierchen! Solche Mechanismen könnten in diesem Ausmass ebenfalss das Klimageschehen unseres Planeten beeinflussen. Man sieht, kommen genügend Individuen zusammen, können sie so einiges ausrichten.

Katija, K., & Dabiri, J. (2009). A viscosity-enhanced mechanism for biogenic ocean mixing Nature, 460 (7255), 624-626 DOI: 10.1038/nature08207

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Kategorie: Wissenschaftsnews

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