Robocop lässt grüssen!

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Autor: fee
Forscher haben Affen beigebracht, einen Roboterarm zu steuern, der über implantierte Elektroden mit ihrem Motorcortex verbunden ist. Klingt im ersten Moment etwas haarsträubend, macht aber durchaus Sinn, wenn man sich vorstellt, dass man nach einem Unfall ab dem Hals abwärts gelähmt ist, so wie es Christopher Reeve, dem grossartigen Superman-Darsteller, nach einem Reitunfall ging. Solchen Patienten würde eine enorme Freiheit zurückgegeben, wenn sie eine solche robotische Prothese steuern könnten um sie für die verschiedensten Aufgaben einzusetzen.
Dafür haben Forscher zwei Makaken (Macaca mulatta) corticale Implantate eingesetzt, die Signale von Motorneuronen abgreifen und diese vektoriell zu Steuerbefehlen für einen Roboterarm umsetzen. Dies entspricht einem Prototypen eines Mensch-Maschinen-Interface, dessen weitere Anwendungen vielseitig wären.
Die Affen wurden erst trainiert, den Roboterarm mit einem Joystick zu steuern, um sich selbst zu Füttern und wurden dann schrittweise auf die gedankliche Steuerung der Prothese umgestellt.
Diese Versuche gehen auf Experimente zurück, bei denen ein Computercursor alleine durch Gedanken gesteuert wurde und stellen eine Weiterentwicklung dieser Technik dar. Neben den dreidimensionalen Bewegungen, die auf den Arm übertragen wurden, konnte ausserdem ein Greifer betätigt werden, um Objekte aufzunehmen, zum Mund zu Führen und dort freizugeben. Dies ist eine völlig neue Alltagstauglichkeit dieser Technologie und zeigt wohin sie sich weiterentwickeln könnte.

Meel Velliste, Sagi Perel, M. Chance Spalding, Andrew S. Whitford, Andrew B. Schwartz (2008). Cortical control of a prosthetic arm for self-feeding Nature, 453 (7198), 1098-1101 DOI: 10.1038/nature06996

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Kategorie: Wissenschaftsnews

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