Scklankmachmutation, zumindest in der Maus!

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Autor: Fee
Was bewirkt, das manche Menschen jede einzelne Kalorie direkt auf der Hüfte merken und andere essen können was sie wollen? Ist das tatsächlich so oder bilden sich die jeweils betroffenen das nur ein und in Wirklichkeit schlagen sie eben doch über die Stränge bzw. haben insgesamt eben doch eine geringere Kalorienaufnahme?

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Bild: Wikipedia

Neue Arbeiten an Mäusen geben neue Hinweise auf die zugrundeliegenden Mechanismen. Die Arbeitsgruppe um Alan Saltiel war eigentlich an der Entstehung von Diabetes Typ 2 interessiert, die bei Fettleibigkeit ausgelöst werden kann. In einem Tiermodell für Fettleibigkeit fanden sie dann auch ein Gen, dass speziell in der Leber und in den Fettgeweben der adipösen Tiere hochreguliert war. Dieses Gen, die Kinase I kappa B kinase epsilon (IKKε), geh”ort zu einer Familie von ähnlichen Enzymen und stellte eine der eher weniger beachteten Varianten dar. Sie wurde bisher in der Immunabwehr von Mikroorganismen untersucht, könnte aber auch für die Entzündungsreaktionen verantwortlich sein, die man aus adipösen Patienten kannte, und die mit der Entstehung der Diabetes zusammenhängen könnten. Gesagt, getan, ein Knockoutmodell dieser Kinase IKKε musste her und als die mutierten Tiere untersucht wurden, staunte man nicht schlecht. Die Genmutation verhinderte nicht nur die Entzündungsreaktion, sondern verringerte direkt die Fettleibigkeit an sich. Der zugrundeliegende Mechanismus ist noch nicht umfassend aufgeklärt worden, doch eine Hypothese konnte man bereits formulieren.
Die mutierten Mäuse zeigten eine Steigerung der Expression des uncoupling protein 1 (UCP1), dass in Mitochondrien vorkommt und an der Fettverbrennung beteiligt ist. Es wäre nun denkbar, dass IKKε ein Sicherheitsprotein ist, dass die Energieverschwendung kontrolliert und die Aktivität von UCP1 kontrolliert. Wenn dieses ausgeschaltet wird, kann die Fettzelle den Vorgang nicht mehr kontrollieren und verbrennt Kalorien um Wärme zu erzeugen.
Ein pharmakologischer Eingriff in dieses System muss sicher wohl durchdacht werden, da die Funktion des Immunsystems, das ebenfalls involviert ist, natürlich erhalten bleiben muss. Doch in diesem Fall wäre ein graduelles Ausschalten denkbar.

Chiang, S., Bazuine, M., Lumeng, C., Geletka, L., Mowers, J., White, N., Ma, J., Zhou, J., Qi, N., & Westcott, D. (2009). The Protein Kinase IKKɛ Regulates Energy Balance in Obese Mice Cell, 138 (5), 961-975 DOI: 10.1016/j.cell.2009.06.046

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  1. inda sagt:

    sehr interessantes thema, allerdings ist wie immer fragwürdig ob das nun wirklich sein muss. ich mein, menschen sind keine maschinen und sollten dementsprechend auch nicht so manipuliert werden, dass einer dem anderen gleicht, aber ok, wenns schee macht!?

    [Antwort]

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