siRNA-Schere bekämpft AIDS

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Autor: fee
Das HI-Virus (HIV) und die dadurch verursachte Erworbene Immunschwäche AIDS (Acquired Immunodefficiency Syndrome) stellt die weltweit schwerwiegendste Infektionskrankheit dar. Mit über 36 Millionen Infizierten, und einer nachwievor sehr hohen Sterblichkeitsrate (von den Industrienationen abgesehen) ist diese Krankheit zerstörerisch für die soziale Stabilität der Drittweltländer.

 siRNA Schere bekämpft AIDS

In den betroffenen Regionen wird das Virus in fast unbehinderter Geschwindigkeit weitergegeben und selbst die Übertragung von der infizierten Mutter auf das Neugeborene, obwohl einfach zu bewerkstelligen, wird es kaum durchgeführt, da das Geld fehlt! (UNICEF Video – The gift).
Die bisherigen Therapien beruhen auf multiplen antiretroviralen Medikamenten (HAART), die in ständiger ärztlicher Überwachung kombiniert werden müssen und sehr teuer sind. Deshalb findet eine flächendeckende Gabe in den Drittweltländern bisher nicht wirklich statt.
Forscher um Priti Kumar und Premlata Shankar an der Boston Medical School haben nun eine neue Therapiemethode entwickelt, die sehr einfallsreich ist und vorallem durch ihre Durchführbarket auch in armen Ländern überzeugt (Kumar P. Aug. 22 2008; Cell).
Die neue Anwendung beruht auf RNA Interferenz (small interfering RNA, siRNA), was eigentlich nichts neues ist. Doch die Wissenschaftler haben eine Innovation entwickelt, und mehere bekannte Methoden kombiniert um eine bisher bestehende Hürde dieser Methode zu überwinden. Sie nutzten Einzelketten-Antikörperfragmente (scFv, einzelne Bindungsregion eines Antikörpers) und fusionierten sie mit einem Oligo-9-Arginin Peptid. Dieses Peptid bindet die zugegebenen siRNAs (gegen CCR5 und virale RNAs gerichtet), die dann durch die CD7-Bindung des scFv die Aufnahme in T-Zellen vermitteln. Da dies bisher nicht gerichtet möglich war, konnten diese Wirtszellen des HI-Virus nicht gezielt therapiert werden und somit war diese Anwendung bisher nicht praktikabel.
Um diese neue Tharapie zu testen, verwendeten die Forscher SCID-Mäuse, die kein funktionierendes Immunsystem ausbilden und somit mit menschlichen Immunzellen rekonstituiert werden können. Diese humanen Zellen können entweder aus HIV-Infizierten Patienten entnommen werden oder im Versuchstier mit HIV infiziert werden. In diesem Modellsystem konnte nun eine klare Inhibition der Virusreplikation gezeigt werden und der krankheitsassoziierte Verlust der CD4-positiven T-Zellen, der mit in Zusammenhang mit massiven Infektionen steht, konnte deutlich verringert werden.
Ein weiterer grosser Vorteil dieser Anwendung ist die enorme Flexibilität der siRNAs. Diese kleinen, 19-25 Basenpaare langen Moleküle können schnell verändert und an eine “Escapemutation” des Virus angepasst werden.
Sollte dieses neue Therapeutikum die klinischen Studien erfolgreich durchlaufen, könnte es eine tatsächlich weltweit anwendbare Anwendung ermöglichen.

P KUMAR, H BAN, S KIM, H WU, T PEARSON, D GREINER, A LAOUAR, J YAO, V HARIDAS, K HABIRO (2008). T Cell-Specific siRNA Delivery Suppresses HIV-1 Infection in Humanized Mice Cell DOI: 10.1016/j.cell.2008.06.034

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Kategorie: Wissenschaftsnews

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