Transfer eines befruchteten Eizellkerns unter Ausschluss der Mitochondrien!

400px Überseemuseum Bremen 2009 237 200x300 Transfer eines befruchteten Eizellkerns unter Ausschluss der Mitochondrien!Die Mitochondrien sind kleine zellinterne Organallen, die gerne als die Kraftwerke der eukaryotischen Zelle bezeichnet werden. Da sie ihren Ursprung wahrscheinlich in einem frühen Endosymbionten haben, besitzen sie ein eigenens, ringförmiges DNA-Molekül, dass für diverse Proteine des Energiestoffwechsels kodiert. Und wie üblich kann diese DNA Mutationen anhäufen, die diverse Erbkrankheiten der Nerve, Muskeln oder des Herzens, aber auch Taubheit und Diabetis Typ2 auslösen können.

Da das Spermium beim Befruchten der Eizelle keine Mitochondrien beisteuert, werden diese ausschliesslich durch die Mutter weitervererbt. Nun ist es Forschern erstmals gelungen, den Komplex aus den beiden Zellekernen von Eizelle und Spermium kurz nach der Befruchteung, den sogenannten Pronuclei zu entfernen und in eine weitere Eizelle zu transplantieren, ohne dabei Mitochondrien der Spenderzelle einzuschleppen. Dies könnte es Paaren mit ermittelten mitochondriellen Erbkrankheiten ermöglichen, gesunden Nachwuchs zu zeugen.

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Craven, L., Tuppen, H., Greggains, G., Harbottle, S., Murphy, J., Cree, L., Murdoch, A., Chinnery, P., Taylor, R., Lightowlers, R., Herbert, M., & Turnbull, D. (2010). Pronuclear transfer in human embryos to prevent transmission of mitochondrial DNA disease Nature DOI: 10.1038/nature08958

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RSSKommentare (6)

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  1. Joe Dramiga sagt:

    Eine interessante Methode, die aber in Deutschland verboten ist. Die Forscher haben sogar angekündigt, bei der zuständigen Behörde (Human Embryology and Fertilisation Authority) einen Antrag auf eine therapeutische Anwendung mit Austragung der Embryonen zu stellen. Mal abwarten was noch kommt….

    [Antwort]

    fee Antwort vom Mai 18th, 2010 9:26 am:

    Interessant! Ich denke ja, dass was Krankheiten heilen oder in dem Fall verhindern kann, natürlich unter strenger Aufsicht, auch erlaubt sein sollte!

    [Antwort]

  2. Thomas sagt:

    Gibt es tatsächlich Hinweise, dass mitochondriale Störungen für die Entstehung des Diabetes mellitus Typ 2 verantwortlich sein können?

    [Antwort]

  3. Felix Bohne sagt:

    Hallo Thomas,
    bitte entschuldige die etwas verspätete Antwort. Es gibt Mutationen des mitochondriellen Genoms, die ursächlich die Funktion der Betazellen stört und damit Diabete Typ 2 auslösen kann. Es gibt da eine menge Literatur dazu, Ich hab hier mal einen, meines Erachtens, guten Review-Artikel von Pierre Maechler & Claes B. Wollheim aus Nature rausgesucht:
    http://www.nature.com/nature/journal/v414/n6865/full/414807a.html
    Vel Spass beim Lesen
    Fee

    [Antwort]

    Thomas Antwort vom Mai 28th, 2010 7:30 pm:

    Wow. Sogar mit Literaturservice! Vielen Dank!

    [Antwort]

  4. [...] eine positive Wirkung auf altersbezogene Beschwerden wie Muskelschwäche, Kopfschmerzen und den Mitochondrien-Defekt aufweist. Ferner wird angenommen, dass Coenzym Q10 das Cholesterin und die Blutfettwerte reduzieren [...]

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