Die Erinnerung

Können Erinnerungen gespeichert werden? Ja, denn sonst könnte wir uns ja an nichts erinnern, doch wie und wo geschieht das?

Hippocampus e1268552619490 Die ErinnerungDie für die Erinnerung verantwortliche Region ist eine der evolutionär ältesten Strukturen des Gehirns, der Hippocampus. Pro Hemisphäre ist ein Hippocampus im Temporallappen des Gehirns zu finden, der als zentrale Schaltstelle des limbischen Systems fungiert. Letzteres ist die funktionelle Einheit des Gehirns, die emotionales und triebgesteuertes Verhalten verarbeiten.Brain limbicsystem e1268552886176 Die Erinnerung Diese Hirnregion dient als Schaltstelle um Erinnerungen aufzunehmen, die im Grosshirn gespeichert werden. Ein Beweis dass dies der Ort ist, an dem Erinnerungen gespeichert werden, ist die Beobachtung, dass nach einer Verletzung des Hippocampus, keine neuen Erinnerungen gespeichert werden können. Die Betrofffenen können sich allerdings an Dinge erinnern, die vor der Verletzung stattgefunden haben.

 Die ErinnerungEine Vielzahl verschiedener Nervenzellen bauen ein komplexes Netzwerk auf, das 1911 von Santiago Ramón y Cajal aufgezeichnet wurde. Korbzelle, Körnerzellen, Interneurone, Pyramidenzellen und viele weitere Nervenzellen erhalten Informationen und leiten sie weiter, modulieren das Signals durch hemmenden und aktivierenden Input.

Es ist auch in dieser Region, in der Zeitlebens neue Nervenzellen gebildet werden, eine Besonderheit im erwachsenen Gehirn, da dies nicht überall stattfindet. Neue Nervenzellen erzetzen vermutlich nicht nur die alten abgestorbenen, sondern helfen auch neue Erinnerungen aufbauen zu können. In Tierversuchen ist eindeutig gezeigt worden, dass beispielsweise Mäuse die eine `spannende´Umgebung in ihrem Käfig vorfinden, viel Bewegung haben und neue Information verarbeiten müssen, viel mehr neue Nervenzellen bilden, als die Vergleichstiere, die in einem Standartkäfig ohne Spielsachen gehalten werden. Beim Menschen ist bewiesen, dass mit fortschreitendem Alter weniger neue Nervenzelle gebildet werden und somit das Erlernen und Speichern neuer Information auch immer schwieriger wird. Mehr dazu im bereits erschienenen Artikel `Neurogenese: Lernen lohnt sich´.

Dieser Artikel entstand in Anlehnung an den Artikel von Jordi Peña aus der aktuellen Ausgabe der El·lipse und an den aktuellen Artikel über die Visualisierung von Erinnerungen.

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Kategorie: FeaturedWissenschaft und Gesellschaft

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  1. [...] Mit implantierten Elektroden lässt sich verfolgen, wie das Gehirn lernt, diesen speziellen Ton mit der unangenehmen Erfahrung zu assozieren. Bestimmte Sender-Neuronen im sensorischen Kortex, die akustische Informationen verarbeiten und Empfänger-Neurone im Hippocampus aktivieren, verändern ihre eigene Aktivität und die der Empfänger-Neurone. Während sie zu Beginn des Lernvorgangs noch überhaupt nicht auf den Ton reagieren, erzeugen sie mit zunehmender Zahl von Trainingseinheiten immer schnellere und stärkere elektrische Signale  Die Nervenzellen im Hippocampus werden durch die akustischen Neurone im Cortex gerade zu auf den Signalton „getrimmt“. Sie antworten dann auf seine Frequenz viel heftiger als auf jede andere. Selbst einige Monate später reagieren die Neuronen im Hippocampus immer noch auf den Signalton. Im Hippocampus hat sich eine langfristige Erinnerung an den gelernten Zusammenhang gebildet. Der Hippocampus an der Innenseite des Schläfenlappens, ist die höchste Instanz im hierarchischen Gedächtnisnetzwerk. Über die Rolle des Hippocampus bei der Gedächtnisbildung schreibt Felix Bohne in einem interessant…. [...]

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