Die Mutation der Zitation

Zitationen sind (oder sollten sein!) explizite Verweise auf Publikationen oder andere Informationsquellen und folgen einem ganz bestimmten Schema. In der wissenschaftlichen Publikation bestimmen sie ausserdem über den Impact Factor, einen Zitationsindex, bei dem aus der Zahl der Zitationen in Relation zur Gesamtzahl der publizierten Artikel ein Zahlenwert errechnet wird,  die Wichtigkeit, also den Impact der Zeitschrift wiedergeben soll.  An diesem System gibt es einiges an Kritik, aber vielleicht mangelt es eben an einer angemessenen Alternative, aber das ist ein anderes Thema.

220px HumanChromosomesChromomycinA3 150x150 Die Mutation der Zitation

Bild: Wikipedia

Heute Morgen habe ich in The Scientist einen Artikel gefunden, der mich schmunzeln liess. Er trug den Titel:

Opinion: Mutations of citations

Just like genetic information, citations can accumulate heritable mutations

Übersetzt würde das heissen (Anmassung des Autors):  Mutationen von Zitationen – Genau wie genetische Information können Zitationen vererbliche Mutationen akkumulieren.

Christian G. Specht, Neurobiologe, Lernen und Erinnerung, ENS, Paris

Herrlich. Das soll also heissen, dass bei jeder neuen Zitation in einer Fachzeitschrift eine Wahrscheinlichkeit für das Einschleichen von Fehlern besteht, zumindest, wenn keine automatische Zitationsverwaltungssoftware verwendet wurde. Untersucht hat Pecht dies anhand der Publikation:

“Cleavage of structural proteins during the assembly of the head of bacteriophage T4″, die vor mehr als 40 Jahren von Uli Laemmli veröffentlicht wurde und mehr als 20 000 mal zitiert wurde, also einen relativ hohen Impact hatte.
In den meissten Fällen kam es zu Deletionen, also dem Verschwinden einzelner Buchstaben und zu Punktmutationen, also dem Verändern einzelner Buchstaben. Es wurden aber auch ganze Abschnitte sinnentfremdet, so kam es zum Ausstausch des Orginaljournals von “Nature” zu “Science”. Specht analysiert das ganze tatsächlich mit den Methoden und der Nomenklatur der genetischen Analyse, was den Artikel für jeden DNA-Nerd lesenswert macht. Also viel Spass dabei.


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Kategorie: FeaturedWissenschaft und Gesellschaft

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RSSKommentare (3)

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  1. Paco sagt:

    what a small world…der Autor hat gerade bei uns einen Talk gegeben, allerdings nicht zu diesem Thema.
    Grüße aus Hamburg
    Paco

    [Antwort]

    fee Antwort vom November 11th, 2010 1:44 pm:

    und wars vergleichbar lustig? Grüsse zurück

    [Antwort]

    Paco Antwort vom November 11th, 2010 3:52 pm:

    nee eher akademisch…aber ganz gut…single molecule detection in syapsen.

    [Antwort]

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