H1N1-Impfung für Schwangere? Unbedingt!

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Autor: Fee
Zuviel geisterte in den letzten Wochen durch die Presse und die Gemüter erhitzten sich “beyond believe” wenn es um die Impfung für den pandemischen Influenza-Erreger H1N1 ging. Die wahnwitzigsten Verschwörungstheorien konnte man da lesen und alles in allem muss ich als Immunologe sagen: Panikmache, Fehlinformationen und Verschwörungshumbuk. Von den Verbindungen der Adjuvanzien zu Autismus (wissenschaftlich nicht haltbar), über die Aussage, die Zusatzstoffe seien nicht hinreichend getestet und das ganze wäre ein von ganz oben eingefädeltes Grossexperiment (der Klassiker aller Verschwörungstheorien), bis hin zu den fadenscheinigen Aussagen vollkommen Möchtegernspezialisten, die krankheitsauslösenden Viren existierten überhaupt nicht oder die Nebenwirkungen verliefen in “vielen” Fällen tödlich, waren da zu Hören und zu lesen. Ein Panoptikum der Lächerlichkeiten und Selbstüberschätzungen. Und natürlich durften auch die verschiedensten Majestic-Theorien, von wegen die Mächtigen dieser Welt kontrollieren alles, und profitieren finanziell von dieser Aktion, nicht fehlen …blablabla! Nur ganz wenige Beispiele für realistische und informative Berichterstattung taten sich auf in dieser dunklen Zeit!

In Wirklichkeit weist alles darauf hin, dass die Risiken, die von den H1N1 Impfstoffen ausgehen in keinster Weise höher sind als bei den üblichen saisonalen Influenza-Impfstoffen und diese Nebenwirkungen sind im Vergleich zu den Komplikationsrisiken der Virusinfektion marginal. Die Herstellung des Pandemieimpfstoffes ist identisch mit den saisonalen Impfstoffen und zu den Adjuvanzien (Wirkverstärkern) wurden umfangreiche Studien angefertigt. Alle mediengeilen Instanzen und selbst Mediziner, die es eigentlich besser wissen müssten, leben ihre “I´m on TV”-Manie ungezwungen aus und verbreiten Lügen und Missinformationen, die letztendlich zu einer unerklärlichen Impfmüdigkeit, oder vielleicht sogar künstlich erzeugten Impfpanik der Bevölkerung geführt hat, mit dem Resultat, dass sich noch nicht einmal 20% der Deutschen impfen lassen wollen, selbst beim Personal von Kliniken und Arztpraxen, die so einen Virus natürlich am leichtesten weiterverbreiten. Was für ein Reinfall für die Kommunikation medizinisch-wissenschaftlichen Fachwissens. Doch aus mir unerklärlichen Gründen kommen die Pseudo-Fachleute, die jegliche medizinisch-naturwissenschaftliche Ausbildung missen einfach besser zu Wort.

Nun zum tatsächlichen wissenschaftlichen Inhalten. Ein paar sehr renomierte Infektionsforscher um Pranita Tamma, eine Infektionsspezialistin vom Johns Hopkins Childrens Hospital, haben sich zusammengesetzt und einen Berg von Facharbeiten zum Thema Influenza und Adjuvanzien aus den letzten Jahren zusammengefasst und gemeinsam neu ausgewertet und interpretiert. Das führte zu dem Schluss, dass es wie schon erwähnt keinerlei Hinweise darauf gibt, dassd er “neue” Impfstoff ein höheres Nebenwirkungsrisiko besitzt. Dagegen zeigte die Auswertung, dass schwangere Frauen auch ohne Vorerkrankungen ein deutlich höheres Risiko haben infektionsvermittelte Komplikationen zu entwickeln, die dramatisch verlaufen und tödlich sowohl für Mutter als auch Kind enden können. Dem liegen Effekte zugrunde, die aus den natürlichen Veränderungen des Körpers während der Schwangerschaft resultieren. Zum einen wird das Immunsystem der werdenden Mutter gezielt inhibiert, um die Abstossung des als “fremd” betrachteten Embryos zu verhindern. Ausserdem bewirkt die Schwangerschaft eine Verringerung des Lungenvolumens, was ebenfalls das Komplikationsrisiko steigert. Zusammengefasst, geben die Spezialisten den eindeutigen Rat an Schwangere und medizinische Betreuer von Schwangeren, sich impfen zu lassen, da die Risiken der Impfung in keinem Vergleich zur Schwere der Komplikationsrisiken einer H1N1-Infektion stehen.
Deweiteren ist bekannt, dass Influenza-Impfstoffe die Antikörperproduktion in der schwangeren Mutter initialisieren, und dass die Antikörper die Plazenta passieren und im Neugeborenen einen teilweisen Infektionsschutz für bis zu sechs Monate nach der Geburt vermitteln können. Ein weiteres sehr gutes Argument, da auch Neugeborene ein erhöhtes Komplikationsrisiko bei Influenzainfektionen vorweisen.

Die zusammengefassten Ergebnisse lauten:
1. In den ersten vie Monaten des H1N1 Ausbruchs, wurden Schwangere vier mal häufiger ins Krankenhaus eingeliefert, im Vergleich zu gesunden Erwachsenen (CDC, Center for desease control).
2. Schwangere stellten 13% aller H1N1-Todefälle dar und die meissten dieser Frauen hatten keine Vorerkrankungen.
3. Schwangere Frauen werden nicht häufiger infiziert, entwickeln aber dramatischere und häufiger Komplikationen.
4. Elf klinische Studien beobachteten Schwangere und/oder ihren Nachwuchs und fanden keinen Nachweis über gefährliche Nebenwirkungen der Impfstoffe, weder für die Mutter, noch den Fötus.
Das “Vaccine Adverse Event Reporting System”, eine Datenbank die Nebenwirkungen von Impfungen katalogisiert, führt 26 Berichte zwischen 2000 und 2003, während dieser Zeit wurden 2 Millionen schwangere Frauen gegen Influenza geimpft. Von diesen 26 Fällen bestanden sechs aus falsch verabreichten Impfstoffen ohne Nebenwirkungen, neun beschrieben leichte Schmerzen der Injektionsstelle, acht beschrieben systemische Nebenwirkungen wie Fieber und in drei aus 2 Millionen kam es zu Fehlgeburten. Es kam bei dieser Berichterstattung aber zu keiner kausalen Untersuchung und somit ist die Impfung keinesfalls als Auslöser der Fehlgeburt zu betrachten.

Also einfach nicht mehr auf die Panikmache in den Medien hören und impfen gehen. Das kann Ich jedem nur empfehlen, da auch Menschen, die nicht in die Risikogruppen gehören, das Virus erfolgreich an Mitglieder der Risikogruppen übertragen werden. Somit bedeutet jeder Geimpfte ein etwas verringertes Risiko für die Gesellschaft.

Tamma, P., Ault, K., del Rio, C., Steinhoff, M., Halsey, N., & Omer, S. (2009). Safety of influenza vaccination during pregnancy American Journal of Obstetrics and Gynecology DOI: 10.1016/j.ajog.2009.09.034

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Kategorie: Wissenschaft und Gesellschaft

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  1. Ich finde auch, dass eine H1N1-Impfung unbedingt notwendig ist!!

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