Erste vollkommen DNA-freie humane induzierte pluripotente Stammzellen!

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Autor: Fee
Über induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) wurde hier schon einiges geschrieben, und die Entwicklung seit der ersten Herstellung dieser künstlich induzierten Stammzellen war rasant. Ein letzter wichtiger Schritt ist nun erreicht. Nachdem es bereits letzten Monat gelungen war Maus-iPS herzustellen, ganz ohne die Verwendung transgener DNA, ist dies nun auch mit humanen Zellen gelungen. Dafür wurden die bereits bekannten “Yamanaka-Transkriptionsfaktoren” aus der Orginalarbeit verwendet, doch im Gegensatz zu den Maus-iPS, die mit aufgereinigten bakteriellen Proteinen induziert wurden, setzt das neue Protokoll für die DNA-freie Herstellung humaner iPS auf Zellextrakte von transgenen Zelllinien, welche die vier Faktoren produzieren. Und genau wie in dem Maus-iPS Protokoll, jedoch unabhängig erdacht, wurden den Proteinen poly-Arginin-Anhängsel verpasst, um deren Passage durch die Zellmembran zu erleichtern. Im Verlauf von 8 Wochen und nach wiederholtem “Baden” in diesen Zellextrakten, entstanden iPS, die alle Charakteristika pluripotenter Sammzellen (PS) erfüllten und ihr Genexpressionsmuster, durch Affimetrix-Chips erfasst, glich dem der PS. Die Verwendung dieser Zellextrakte kann sicherlich als Rückschritt bewertet werden, da es eine gewissermassen unsaubere Angelegenheit ist, doch damit wurde der Zusatz einer Chemikalie im Maus-iPS-Protokoll umgangen. Diese Chemikalie, Valproische Säure (VPA), ein Histondeacetylierungsinhibitor, wurde von den Autoren als potentiell gefährlich eingestuft. Das wiederum erzürnte den Autor des Maus-iPS Papers, der dies abstritt und auf die breit Anwendung solcher epigenetischer Inhibitoren in der Behandlung von Patienten verwies. Wie dem auch sei, die Optimierung einer als funktionsfähig bewiesenen Methode ist sicherlich nur eine Frage der Zeit. Wenn sich erst mal alle Biochemiker und Proteinspezialisten auf diese Proteine stürzen, kann man drauf warten, bis deren Effektivität, bisher etwa ein zehntel der transgenen Methoden, verbessert wird.
Und auch eine erste Anwendung dieser Zellen ist in Panung, die Behandlung hematopoetischer Erkrankungen, wie Leukämie, die die Transplantation von Blutstammzellen benötigt. Bei diesen Therapien besteht die Gefahr, dass entweder der Empfänger die Donorzellen abstösst, oder umgekehrt die Donorzellen den Organismus des Empfängers angreifen. Um dies zu erreichen hat sich letzten Dezember ein Zusammenschluss drei grosser Firmen gebildet, Stem Cell & Regenerative Medicine International, ein Joint Venture aus ACT (Massachusets) und CHA Biotech (Soeul).

Dohoon Kim, Chun-Hyung Kim, Jung-Il Moon, Young-Gie Chung, Mi-Yoon Chang, Baek-Soo Han, Sanghyeok Ko, Eungi Yang, Kwang Yu Cha, Robert Lanza and Kwang-Soo Kim (2009). Generation of Human Induced Pluripotent Stem Cells by Direct Delivery of Reprogramming Proteins Cell Stem Cell, 4 DOI: 10.1016/j.stem.2009.05.005

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Kategorie: Wissenschaftsnews

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