Promiskuität erhöht Spermienschwimmgeschwindigkeit

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Autor: fee
Die Schwimmgeschwindigkeit der männlichen Spermien stellt bei Spezies, die mehrere Geschlechtspartner für eine Befruchtung zulassen, einen möglichen Selektionsvorteil dar. Soweit die Theorie, doch wie lässt sich so etwas nachprüfen, denn einen solchen Anpassungesvorgang in Echtzeit zu beobachten, würede einfach zu lange dauern und auch die experimentelle Einflussnahme ist hier klar beschränkt. Doch glücklicherweise gibt es die Seen des ostafrikanischen Grabenbruches, die eine beinahe unglaubliche Artenvilefalt von Buntbarschen (Cichliden) aufweisen, die sich hervorragend für solche Untersuchungen eignen.

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An diesen Modellorganismen lassen sich dann wunderbar die Verschiedensten Einflüsse wie z.B. das Paarungsverhalten untersuchen. Und dabei zeigte sich, dass die Promiskuität der Weibchen einen eindeutigen geschwindigkeitssteigernden Einfluss auf die Spermien der befruchtenden Männchen hat. Für diese Studie wurden das Verhalten und eben die Eigenschaften der männlichen Spermien von 29 eng verwandten Buntbarscharten untersucht. Die Ergebnisse zeigten weiter, dass der Spermienwettbewerb bei promiskuitiven Arten zu einer Zunahme der Zahl, der Grösse und auch der Lebensdauer führte. Die Gruppe um Sigal Balshine konnte dazu doch recht handfeste phyllogenetische Beweise liefern und damit ein schönes neues Ergenbis zu Darwins Ideen liefern, der ja bald seinen 200. Geburtstag feiern würde.

J. L. Fitzpatrick, R. Montgomerie, J. K. Desjardins, K. A. Stiver, N. Kolm, S. Balshine (2009). From the Cover: Female promiscuity promotes the evolution of faster sperm in cichlid fishes Proceedings of the National Academy of Sciences, 106 (4), 1128-1132 DOI: 10.1073/pnas.0809990106

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RSSKommentare (4)

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  1. Fischer sagt:

    *Doch glücklicherweise gibt es die Seen des ostafrikanischen Grabenbruches, die eine beinahe unglaubliche Artenvilefalt von Buntbarschen (Cichliden) aufweisen, die sich hervorragend für solche Untersuchungen eignen.*

    Müsste es nicht “gab” heißen?

    [Antwort]

  2. fee sagt:

    das ist jetzt aber nicht ernst gemeint? oder hab ich verpasst, dass ausserirdische Agressoren die Seen weggebeamt haben? : )

    [Antwort]

  3. Ingo sagt:

    Hab grad Axel Meyer hier in Berlin gehört zu den ostafrikanischen Buntbarschen. Die Artenvielfalt geht wirklich dramatisch zurück aufgrund des eingeführten Nilbarsches und anderer Dinge.

    Aber Wahnsinn ist die konvergente Evolution von Buntbarsch-Arten in verschiedenen Seen und in nur kurzer Zeit. Offenbar sind die Arten in den Gensequenzen kaum zu unterscheiden. Das scheint mir gegenwärtig einer der heißesten Bereiche der Evolutionsforschung zu sein. Derzeit werden sechs Buntbarsch-Genome vollständig sequenziert. Da ist man dann vielleicht superdicht dran an dem, was Arten zu Arten macht.

    [Antwort]

  4. fee sagt:

    Klingt super interessant! Da gibt es so unglaubliche Entwicklungen wie Maulbrutpflegeverhalten, dass sich innnerhalb minimaler Artenunterschiede entwickelt hat!
    Prof. Meyer hat bei uns damals in Konstanz die Evolutionsbio Vorlesung gehalten. Lang ists her!
    Und ein hoch auf die 454 Sequenzierer.

    [Antwort]

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