Umgang mit gentechnisch modifizierten Tieren.

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Autor: fee
Wissenschaftler können die Gene von Lebewesen effektiv verändern und an die verschiedensten Erfordernisse anpassen. Viele dieser Veränderungen sind sinnvoll, einige aber auch eher sinnfrei und als “Proof Of Principle”, zu betrachten. Für die “Erzeugung” und die Handhabung von solchen gentechnisch modifizierten Organismen (GMO), zu denen auch veränderte Pflanzen, Pilze, Hefen und Bakterien zählen, gibt es sehr strenge Verordnungen und eine strikte Dokumentationspflicht. Diverse Produkte sind aus diesen anfänglich nur experimentellen Veränderungen hervorgegangen. So werden inzwischen verschiedene Medikamente und auch Nahrungszusatzstoffe, wie zum Beispiel Aromastoffe, standardisiert von gentechnisch modifizierten Einzellern (z.B. Escherichia coli oder Saccharomyces cerevisiae) in grossen Inkubatoren, “biologisch” hergestellt und aufgereinigt.
Die in den letzten Jahren immer ausgereifteren Techniken, haben aber auch die unterschiedlichsten Modifikationen in Tieren ermöglicht, wobei hier nicht von geklonten Spürhunden die Rede ist, sondern von tatsächlichen und künstlich herbeigeführten Veränderungen des genetischen Codes um neue Eigenschaften in ein Lebewesen einzubringen, die dort natürlich nicht vorkommen. In diese Kategorie fallen zum Beispiel auch die heissdiskutierten genetisch Veränderten Nutzpflanzen, die mit Fremdgenen aus Bakterien ausgestattet werden um gegen spezifische Schädlinge resistent zu werden.
Bei Tieren ist dies nochmal um ein vielfaches komplizierter, doch was machbar ist, macht der Mensch für gewöhnlich irgendwann!
So sind in den letzten Jahren unzählige Labormausstämme entstanden, die durch das Einbringen eines neuen Genes als Knock-In, oder wenn das neue Gen ein vorhandenes zerstört, als Knock-Out Tiere bezeichnet werden. Neben diesen klassischen Modifikationen gibt es noch Methoden wie zum Beispiel das Einbringen eines BAC (Bacterial Artificial Chromosome), wodurch eine Chromosomenverfielfältigung, wie sie bei den Trisomien besteht, simuliert werden kann. Ähnliches kann ,ebenfalls für Laborzwecke, auch mit Ratten und Hamstern unternommen werden, doch die Labormaus (Mus musculus) dominiert dieses Gebiet. Neben diesen, rein wissenschaftlichen Ansätzen, die zur Erforschung der Funktion einzelner Gene oder komplexer Zusammenhänge verschiedener Gene dient, gibt es aber auch Ansätze, wirtschaftliche Ziele mit GMOs zu erreichen.
So wurden zum Beispiel hypoallergen Tiere hergestellt, denen ein allergieauslösendes Protein fehlt. Tiere, die aufgrund der Fleischzusammensetzung, potentiell gesündere Nahrung darstellen. Auch die sogenannten Pharm-Tiere sind hier zu nennen, die Medikamente herstellen, und diese wie im Fall einer Kuh, mit der MIlch abgeben. Ein weiterer Ansatz beschäftigt sich mit der humanisierung von Geweben in Schweinen, was eine Verwendung von Organen für die Transplantation im Menschen ermöglichen würde und den ständig vorhandenen Engpass und auch die ethischen Probleme im Umgang mit Spenderorganen lösen könnte. Eine Menge interessanter Anwendungen, doch bisher hat es gerade einmal ein einziges Exemplar bis zum “Konsumenten” geschafft. Und dabei handelt es sich um einen fluoreszierenden Zebrafisch.

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Dieser trägt das Gen für das grüne fluoreszierende Protein (GFP) aus der Qualle Aequorea victoria, dass unter UV-Licht grün fluoresziert [PubMed]. Bei all den vorhandenen Möglichkeiten ist die eine minimale Ausbeute, doch auch die Bedenken sind berechtigt und genaue Untersuchungen der Anwedungssicherheit sind nicht so einfach, da alle möglichen Probleme und Beeinflussungen beim Konsum denkbar sind. Um dieser zukünftigen Anwendbarkeit einen Schritt näher zu kommen, hat die FDA, die amerikanische Behörde für Zulasung von Nahrungsmitteln, Medikamenten und Kosmetika, nun eine neue Richtlinie erarbeitet und veröffentlicht und bis zum 18. Noveber für Kommentare geöffnet. Ich weiss nicht, ob man Staatsbürger der USA sein muss um dieses Papier zu kommentieren, aber vielleicht gibt es da ja keien Beschränkungen. Also wen es interessiert: Studieren und Kommentieren!
Grundsätzlich besagt diese Richtlinie nicht viel neues und orientiert sich an den bestehenden Vorschriften, doch sie setzt ein Zeichen für den andauernden Prozess, hin zu einer tatsächlichen wirtschaftlichen Nutzung von gentechnisch veränderten Tieren.

S HIGASHIJIMA, H OKAMOTO, N UENO, Y HOTTA, G EGUCHI (1997). High-Frequency Generation of Transgenic Zebrafish Which Reliably Express GFP in Whole Muscles or the Whole Body by Using Promoters of Zebrafish Origin Developmental Biology, 192 (2), 289-299 DOI: 10.1006/dbio.1997.8779

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Kategorie: Wissenschaftsnews

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